Politik

Messerattacke in Marseille Islamisten greifen jüdischen Lehrer an

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Auch in Marseille patrouillieren verstärkt Soldaten. Doch sie können nicht alle Gewalttaten verhindern.

(Foto: AP)

Trotz hunderter Razzien, Notstand und verschärfter Gesetze kann die französische Polizei keine vollständige Sicherheit garantieren. In Marseille kommt es zu einem Übergriff von Islamisten - und zu einem fremdenfeindlichen Angriff auf eine Muslimin.

Ein Lehrer einer jüdischen Schule im südfranzösischen Marseille ist Opfer einer Messerattacke geworden. Die Angreifer hätten sich als Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgegeben, berichtete der Sender France24 unter Berufung auf Ermittler. Am gleichen Tag wurde in der Stadt auch eine muslimische Frau angegriffen. Innenminister Bernard Cazeneuve verurteilte beide "unvertretbaren Handlungen" am späten Abend scharf.

Der Geschichtslehrer wurde vor einem jüdischen Gemeindezentrum von drei Personen angegriffen, die antisemitische Parolen äußerten, wie die Polizei erklärte. Bevor sie zustachen, zeigten die drei Angreifer das IS-T-Shirt und zwangen ihr Opfer, auf einem Handy Fotos von Mohamed Merah anzusehen, wie Oberstaatsanwalt Brice Robin mitteilte. Merah hatte 2012 in Südwestfrankreich im Namen des Dschihad sieben Menschen getötet.

Der Lehrer wurde im Krankenhaus behandelt, seine Verletzungen waren aber nicht lebensbedrohlich. Die Angreifer ergriffen beim Eintreffen einer Polizeistreife die Flucht, konnten trotz einer Großfahndung zunächst aber nicht gefasst werden.

Am gleichen Tag gab es in Marseille auch einen islamfeindlichen Übergriff. Dabei wurde eine junge Frau attackiert, die nach Medienberichten einen Schleier trug, der das Gesicht freilässt. Laut Innenministerium verletzte der Angreifer die Frau mit einem Faustschlag und einem kleinen Messer. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Französische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, der Angreifer habe die Frau als "Terroristin" beschimpft.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/AFP