Politik

Gewalt im LibanonIsrael nimmt Hisbollah-Hochburg in Vororten von Beirut ins Visier

01.06.2026, 14:57 Uhr
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Die Waffenruhe im Libanon gilt offenbar nur auf dem Papier. (Foto: Stringer/dpa)

Durch Israels Einnahme der Burg Beaufort verschärfen sich die Kämpfe im Südlibanon. Premier Netanjahu ordnet am Sonntag eine Ausweitung der Bodeneinsätze an. Nun soll die Armee auch Libanons Hauptstadt Beirut wieder angreifen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Angriffe auf die von der Hisbollah-Miliz kontrollierten südlichen Vororte von Beirut angeordnet. Dies bedeutet eine weitere Eskalation des Konflikts und erschwert die diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Viele Anwohner ergriffen daraufhin die Flucht. Die als Dahija bekannten Vororte sind Hochburgen der Hisbollah, sind aber auch dicht bewohnt. Frankreich forderte wegen der zunehmenden Gewalt im Libanon eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, die israelischen Angriffe im Libanon verzögerten auch den diplomatischen Prozess zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Eine Waffenruhe im Libanon sei ein integraler Bestandteil jeder Vereinbarung.

Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz begründeten den Befehl zu Angriffen auf die Beiruter Vororte Dahiyeh mit wiederholten Verstößen der Hisbollah gegen eine eigentlich seit Mitte April geltende Waffenruhe und dem Beschuss israelischer Städte, wie das Büro des Ministerpräsidenten mitteilte. Seit US-Präsident Donald Trump am 16. April eine Waffenruhe für den Libanon verkündet hatte, beschoss Israel das Gebiet Dahiyeh lediglich zweimal, während im Süden des Landes die Kämpfe weitergingen.

Am Wochenende hatten sich die Kämpfe im Südlibanon verschärft. Israelische Truppen nahmen die 900 Jahre alte Burg Beaufort auf einem strategisch wichtigen Punkt über dem Litani-Tal ein, zudem ordnete Netanjahu am Sonntag eine Ausweitung der Bodeneinsätze an. Die Hisbollah erklärte ihrerseits, sie habe am Sonntag 21 Angriffe ausgeführt, darunter einen Raketenangriff auf die nordisraelische Stadt Naharija.

Den libanesischen Behörden zufolge wurden seit dem 2. März mehr als 3370 Menschen im Libanon durch israelische Angriffe getötet. Auf israelischer Seite starben im selben Zeitraum nach offiziellen Angaben 24 Soldaten und vier Zivilisten. Mehr als eine Million Menschen im Libanon wurden in die Flucht getrieben.

Quelle: ntv.de, zgl/rts/dpa

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