Politik

Trumps Waffendeal mit Riad Israel sorgt sich, der Iran giftet

Rüstungsverträge im Wert von 110 Milliarden Dollar schließen die USA beim Besuch ihres Präsidenten in Saudi-Arabien ab. Der Deal mit dem "feindlichen Land" löst in Israel Kopfzerbrechen aus. Der Iran fragt, ob die USA Saudi-Arabien "melken" wollen.

Das milliardenschwere Waffengeschäft zwischen den USA und Saudi-Arabien bereitet Israel Kopfzerbrechen. "Das ist eine Angelegenheit, die uns wirklich beunruhigen sollte", sagte Energieminister Juwal Steinitz. Saudi-Arabien sei immer noch "ein feindliches Land" ohne diplomatische Beziehungen zu Israel. "Und niemand weiß, was die Zukunft bringt."

Ein US-Regierungsvertreter sagte, Israels Bedenken seien "vollkommen berechtigt". Er versicherte, dass die USA eine ganze Reihe von Maßnahmen ergreifen würden, um Israels militärische Vormachtstellung in der Region zu garantieren.

Beim Besuch von Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien hatten die USA und das sunnitische Königreich Rüstungsverträge im Volumen von 110 Milliarden Dollar geschlossen. Saudi-Arabien will sich so besser gegen den Erzrivalen Iran wappnen.

Israel betrachtet den Iran zwar ebenfalls als Sicherheitsbedrohung. Das Land fürchtet aber zugleich, durch das Geschäft seine militärische Vormachtstellung in der Region zu verlieren.

Wollen die USA Saudi-Arabien "melken"?

Auch der Iran kritisierte das Abkommen. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif twitterte: "Handelt es sich um Außenpolitik" oder wollen die USA Saudi-Arabien "melken"? Den Vorwurf Trumps, der Iran "finanziert, bewaffnet und bildet Terroristen, Söldner und andere extremistische Gruppen aus", wies Scharif zurück.

Der Iran und Saudi-Arabien sind verfeindet. Der saudi-arabische König Salman bezeichnete die Regierung in Teheran zuletzt als "Speerspitze des Terrorismus". Auch Trump griff bei seinem Besuch in Saudi-Arabien den Iran scharf an. Dieser nehme bei der Finanzierung und Unterstützung militanter Gruppen eine zentrale Position ein. Seit Jahrzehnten habe der Iran den Terror und Konflikte zwischen den Religionsgemeinschaften angefacht.

Am Rande des Treffens kündigten die USA und Saudi-Arabien an, gemeinsam die Finanzquellen des internationalen Terrorismus austrocknen zu wollen. Beide Seiten kündigten dazu die Schaffung eines regionalen Zentrums an, das die Finanzströme von Extremisten unterbinden soll. Unter Führung Washingtons und Riads wird das Terrorist Financing Targeting Center (TFTC) auch die sechs Golfstaaten Kuwait, Katar, Bahrain, Oman und die Vereinigten Arabischen Emiraten an einem Tisch versammeln.

Saudi-Arabien war die erste Station einer neuntägigen Reise des US-Präsidenten durch den Nahen Osten und Europa. Am Montag wird Trump in Israel erwartet, im Anschluss reist er in die Palästinensergebiete. Weitere Stationen sind der Vatikan, wo er von Papst Franziskus empfangen wird, der Nato-Gipfel in Brüssel sowie der Gipfel der sieben führenden Industriestaaten (G7) auf Sizilien.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP/rts/bdk

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