Politik

Vergeltung im Gazastreifen Israel startet neue Offensive gegen Hamas

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Israelischer Bombenangriff in Gaza am 23. Mai 2018.

(Foto: dpa)

Weil vereinzelte Palästinenser die von Israel errichtete Grenze zum Gazastreifen überschritten haben sollen, lässt die israelische Regierung erneut Hamas-Stellungen bombardieren. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

Die israelische Luftwaffe hat erneut Stellungen der Hamas im Gazastreifen bombardiert. Eines der Ziele in der südlichen Stadt Rafah war eine Stellung der Essedin al-Kassam Brigaden, des bewaffneten Arms der Hamas, wie es aus palästinensischen Sicherheitskreisen hieß. Ein weiteres Ziel war demnach eine Hamas-Stellung im Zentrum des Gazastreifens. Berichte über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht.

Die israelische Armee erklärte, Kampfflugzeuge hätten "militärische Ziele" auf einem Gelände der Hamas im südlichen Gazastreifen bombardiert. Den mutmaßlichen Angriff im Zentrum des Palästinensergebiets bestätigte die Armee dagegen nicht. Es habe sich um Vergeltungsmaßnahmen für verbotene Grenzübertritte von Palästinensern aus dem Gazastreifen nach Israel gehandelt, zudem habe die Armee auf wiederholte versuchte Beschädigungen des Grenzzauns reagiert.

Seit rund zwei Monaten demonstrieren Palästinenser an der Grenze zu Israel. Die Proteste richten sich unter anderem gegen die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Dabei tötete die israelische Armee nach palästinensischen Angaben mindestens 116 Demonstranten. Zuletzt eskalierte die Situation am 14. Mai als die israelische Armee mit Gewalt gegen jeden vorging, der sich dem Grenzzaun näherte. Mindestens 62 Palästinenser wurden getötet und mehr als 2400 verletzt. Seit dem Gazakrieg im Jahr 2014 wurden im Nahost-Konflikt nicht mehr so viele Menschen an einem Tag getötet.

Soldat erliegt Verletzungen

Zudem gab die israelische Armee am Samstag bekannt, dass ein am Donnerstag bei einem Einsatz im besetzten Westjordanland verletzter Soldat seinen Verletzungen erlegen sei. Der 20-jährige Ronen Lubarsky sei am Samstagmorgen gestorben. Er war nach israelischen Medienangaben während des Einsatzes von einer Granitplatte am Kopf getroffen worden. Nach Armeeangaben hatten die Soldaten im Westjordanland nach verdächtigen Palästinensern gefahndet.

International stieß das Vorgehen auf scharfe Kritik. Israel und die USA wiesen dies zurück. In einer Entscheidung am Vortag bestätigte der Oberste Gerichtshof des Landes die israelische Haltung. Die tödlichen Schüsse auf palästinensische Demonstranten an der Grenze seien rechtmäßig gewesen, entschied das Gericht in einem vom Justizministerium veröffentlichten Urteil. Die drei Richter wiesen einstimmig einen Antrag von sechs Menschenrechtsorganisationen ab, den Einsatz scharfer Munition durch das Militär einzuschränken. Die UNO, die EU und Länder wie Deutschland, Großbritannien und die Schweiz forderten eine unabhängige Untersuchung.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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