Sorge vor Schläfer-ZellenIsraels Botschafter Prosor warnt vor Terrorangriffen in Europa

Untergetauchte Extremisten könnten Kirchen in Europa für Anschläge im Visier haben, fürchtet der israelische Botschafter Ron Prosor. Eine Annexion des Südlibanons durch sein Land schließt der Diplomat aus.
Israels Botschafter Ron Prosor hat vor iranischen Terrorangriffen in Europa durch sogenannte Schläfer gewarnt. "Die Mullahs zeigen immer wieder, dass sie die Absicht haben, Terror in die Welt zu bringen", sagte Prosor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Israel habe einen hohen Preis dafür bezahlt, dass es die "tödliche Ideologie" selbst lange verharmlost habe. "Europa sollte daraus lernen."
Deren Ideologie sei nicht nur eine Gefahr für Juden. "Wer heute Synagogen in Brand steckt, steckt morgen Kirchen in Brand, warnte Prosor. "Die Mullahs zeigen immer wieder, dass sie die Absicht haben, Terror in die Welt zu bringen." Daher seien Terroranschläge auch hierzulande möglich - "etwa durch Schläfer-Zellen in Europa".
"Wir sagen selten, was wir militärisch vorhaben", verteidigt er die Kritik der europäischen Verbündeten, welche zuvor nicht informiert wurden. "Nur unter strengster Geheimhaltung konnte der Enthauptungsschlag gegen die iranische Führung erfolgreich sein."
Europa habe sich 47 Jahre lang vom Iran hinhalten lassen und stets Vorwände gesucht, nicht gegen Teheran zu handeln. "Wir hatten diesen Luxus nicht: Wir mussten die atomare Bedrohung ausschalten." Inzwischen habe der Iran auch Raketen und Drohnen, die Europa erreichen könnten.
Prosor widersprach dem israelischem Finanzminister Bezalel Smotrich, der eine israelische Annexion des Südlibanon gefordert hatte. Das sei nicht der Wunsch der israelischen Regierung, betonte Prosor. "Wir werden so weit vorrücken und so lange bleiben, bis der Beschuss Israels aufhört und unsere Einwohner sicher sind. Eine dauerhafte Besatzung ist nicht geplant. Punkt."