Politik

Hisbollah gegen 14-Punkte-PlanIsraels Militär greift kurz nach Abkommen Ziele im Südlibanon an

27.06.2026, 22:00 Uhr
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Mehrere Gebäude sind nach den Angriffen im Südlibanon zerstört. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Israel und der Libanon verkünden am Freitag ein Rahmenabkommen, um einen Weg für Frieden zu ebnen. Doch die proiranische Hisbollah lehnt eine Entwaffnung ab. Die israelische Armee fliegt kurz darauf neue Angriffe und beteuert, nur "Terroristen" zu bekämpfen.

Einen Tag nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens mit dem Libanon über einen Weg zum dauerhaften Frieden haben libanesische Staatsmedien von israelischen Luftangriffen im Süden des Landes berichtet. Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA griffen israelische Kampfflugzeuge ein nicht näher bekanntes Ziel in Nabatije al-Fawka im Süden des Libanon an. Zuvor hatten demnach Drohnen vier Angriffe auf den Platz der Stadt und das Viertel al-Mansala geflogen.

Eine Sprecherin der israelischen Armee hatte am Nachmittag einen Angriff in der Region der Stadt Nabatije eingeräumt. Dieser habe sich gegen "mutmaßliche Terroristen" gerichtet. Diese hätten eine Drohung gegen israelische Soldaten ausgesprochen.

Vertreter Israels und des Libanon hatten sich am späten Freitagabend in Washington auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Die 14-Punkte-Vereinbarung soll den Weg zu einem umfassenden israelisch-libanesischen Friedensabkommen ebnen. Die Hisbollah lehnt das Abkommen ab. Der mit ihr verbündete Iran besteht darauf, dass ein Abkommen mit den USA zur Beendigung des Iran-Krieges auch den Libanon umfasst.

Zu den zentralen Punkten des israelisch-libanesischen Rahmenabkommens gehört neben einem "dauerhaften Frieden" die "verifizierte Entwaffnung nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen und der Beseitigung der damit verbundenen Infrastruktur". Die vom Iran finanzierte Hisbollah wird in dem Text als wichtigste dieser Gruppen genannt. Mit den Entwaffnungen solle ein schrittweiser Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon ermöglicht werden, heißt es in der Vereinbarung.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die israelischen Streitkräfte seien angewiesen worden, sich auf einen längeren Aufenthalt in der sogenannten Sicherheitszone im Südlibanon einzustellen. Regierungschef Benjamin Netanjahu und er hätten die Armee dazu angewiesen, sagte er in einem online veröffentlichten Video.

Hisbollah-Chef: Vereinbarung "schwerer Fehler"

Die Sicherheitszone umfasst ein Gebiet im Süden des Libanon, das bis zu zehn Kilometer in libanesisches Territorium hineinreicht. In der Vereinbarung sei der "wichtige Grundsatz" festgelegt worden, "dass es keine Truppenverlagerung Israels im Südlibanon und keinen Rückzug geben wird, solange die Terrororganisation Hisbollah nicht im gesamten Libanon entwaffnet ist", sagte Katz.

Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung sowie jeden Dialog vehement ab. Hisbollah-Chef Naim Kassem bezeichnete die Vereinbarung als "schweren Fehler". Die Miliz betrachte das Rahmenabkommen als "null und nichtig". Er forderte, dass stattdessen "die Bestimmungen des iranisch-amerikanischen Memorandum of Understanding umgesetzt werden müssen". In der Nacht zuvor hatten Anhänger der proiranischen Miliz in Beirut gegen das Rahmenabkommen protestiert. Ein Hisbollah-Abgeordneter im Libanon drohte Libanons Regierung mit einem "Bürgerkrieg".

Quelle: ntv.de, bho/AFP

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