Politik
Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte (links) im Zwiegespräch mit seinem Außenminister Enzo Moavero Milanesi.
Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte (links) im Zwiegespräch mit seinem Außenminister Enzo Moavero Milanesi.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 13. Juni 2018

Streit um Schiff "Aquarius": Italien bestellt französischen Botschafter ein

Angesichts der Weigerung Italiens, die 629 Flüchtlinge an Bord des Rettungsschiffes "Aquarius" aufzunehmen, spricht die französische Regierung von "Zynismus". In Rom kommt diese Wortwahl gar nicht gut an.

Im Streit zwischen Italien und Frankreich um das Flüchtlingsrettungsschiff "Aquarius" muss der französische Botschafter Christian Masset in Rom zum Rapport. Außenminister Enzo Moavero Milanesi habe den Diplomaten einbestellt, teilte das Ministerium in Rom mit.

In Italien hatten zuvor Aussagen des französischen Regierungssprechers für Unmut gesorgt. Der hatte vom "Beweis einer Form von Zynismus und einer gewissen Verantwortungslosigkeit der italienischen Regierung" gesprochen. Im Namen von Präsident Emmanuel Macron appellierte er an Italien, das internationale Seerecht zu achten. Es schreibe vor, "dass im Notfall die am nächsten gelegene Küstenregion eine Pflicht zur Aufnahme" von Flüchtlingen habe.

Die Zurechtweisung Macrons erfolgte kurz vor dem Antrittsbesuch des neuen italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte am Freitag in Paris. Rom reagierte äußerst verärgert. Die neue rechtskonservative Regierung machte deutlich, dass Rom "keine heuchlerischen Lektionen" von Ländern wie Frankreich zum Flüchtlingsthema brauche.

629 Flüchtlinge hatten seit dem Wochenende auf der "Aquarius" im Mittelmeer ausgeharrt. Nachdem Italien und Malta sich fast zwei Tage lang geweigert hatten, das Schiff in einen Hafen einlaufen zu lassen, erklärte sich Spanien am Montag zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit. Am Dienstagabend starteten die "Aquarius" sowie zwei italienische Schiffe in Richtung Valencia in Ostspanien, wie die Organisation SOS Méditerranée über Twitter mitteilte.

Quelle: n-tv.de