Politik

"Was für eine dumme Frage" Biden blafft Journalistin in Dschiddah an

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Es ist nicht das erste Mal, dass Joe Biden eher ungehalten auf eine - in seinen Augen - dumme Frage reagiert hat.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Bei seinem Besuch macht US-Präsident Biden dem saudischen Kronprinzen nach eigenen Angaben eine deutliche Ansage: Noch ein Fall Khashoggi und die USA werden reagieren. Als eine Journalistin Joe Biden auf mögliche Garantien anspricht, platzt es aus dem US-Präsidenten heraus.

US-Präsident Joe Biden hat auf die Frage einer Journalistin während seines Besuchs in Saudi-Arabien schroff reagiert. "Was für eine dumme Frage", sagte Biden zu einer Reporterin. Diese hatte den US-Präsidenten gefragt, wie er sich sicher sein könne, dass es nicht noch einmal zu einem Mord wie dem an dem saudischen Regierungskritiker Jamal Khashoggi komme.

"Wie soll ich mir da sicher sein können?", antwortete Biden weiter. Er könne überhaupt nichts vorhersagen - schon gar nicht für Saudi-Arabien oder einen anderen Teil der Welt.

Biden hatte bereits im Januar auf die Frage eines Journalisten wenig freundlich reagiert, damals allerdings mit noch deutlich schärferer Wortwahl. Als der Reporter dem Präsidenten am Rande eines öffentlichen Auftritts in Washington eine Frage zuwarf, murmelte Biden - hörbar für alle, da sein Mikrofon noch angeschaltet war: "What a stupid son of a bitch", sinngemäß: "Was für ein dummer Idiot."

Biden warnt MBS

Der in den USA lebende Journalist Khashoggi war 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Killerkommando auf brutale Weise getötet worden. US-Geheimdienste sehen den Kronprinzen - auch bekannt unter seinem Kürzel MBS - in der direkten Verantwortung. Dieser bestreitet, die Ermordung angeordnet zu haben.

Bei ihrem Treffen in Dschiddah brachte Biden das Thema nach eigenen Angaben zur Sprache. Er habe dem Thronfolger deutlich gemacht, dass eine erneute Tat wie der Mord an Jamal Khashoggi eine "Antwort" der Vereinigten Staaten zur Folge hätte, sagte Biden nach seinem Gespräch mit MBS. "Ich bereue nichts, was ich gesagt habe. Was mit Khashoggi passiert ist, war empörend", erklärte der US-Präsident.

Biden muss seine Reise und das Treffen mit dem Kronprinzen seit Wochen gegen Kritik verteidigen. Der US-Präsident kam am Freitag aus Israel nach Saudi-Arabien.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 16. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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