Politik

"Gemeinsames, resolutes Handeln" Johnson will Virus binnen Wochen besiegen

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Johnson fordert die britische Bevölkerung auf, sich an die Maßnahmen der Regierung zu halten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Kurs der Londoner Regierung im Kampf gegen das Coronavirus ist umstritten. Premier Johnson aber ist äußerst optimistisch, das Blatt innerhalb von drei Monaten wenden zu können. Dazu will er etwa die Tests massiv ausweiten. Und auch die Queen spricht erstmals öffentlich über die Pandemie.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson erwartet bereits in wenigen Monaten ein Ende der Corona-Krise in seinem Land. Das Vereinigte Königreich könne den Trend der Virus-Ausbreitung bereits in zwölf Wochen umkehren, sagte Johnson bei einer Pressekonferenz in London. Dazu sei es nötig, dass sich alle an die von der Regierung verhängten Maßnahmen hielten.

Trotz des Anstiegs bei den Infektionsfällen in Großbritannien zeigte sich Johnson mit Blick auf die Pandemie optimistisch: "Wir können das Blatt innerhalb der nächsten zwölf Wochen wenden", sagte der konservative Politiker. Dazu sei aber "gemeinsames, resolutes Handeln" notwendig. Die von der Regierung verhängten Maßnahmen zur Eindämmung des Virus dienten dazu, die Ansteckungsrate zu reduzieren. Es sei "unerlässlich", dass diese Maßnahmen eingehalten würden.

Zudem kündigte er an, die Zahl der Tests auf das Coronavirus massiv zu erhöhen. Die Regierung erwäge auch den Kauf von Hunderttausenden Antikörper-Tests, die ähnlich wie ein Schwangerschaftstest funktionierten und eine Erkrankung nachträglich feststellen könnten. Dadurch könnten Menschen, die eine Infektion mit milden Symptomen überstanden und damit zumindest vorübergehend Immunität erlangt hätten, an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Queen spricht von "Zeit großer Sorge"

Zuvor hatte sich Großbritanniens Königin Elizabeth II. erstmals öffentlich zur Coronavirus-Pandemie geäußert. Jeder Einzelne spiele eine wesentliche Rolle dabei, das Coronavirus einzudämmen, erklärte die Queen. Die Briten müssten sich in dieser "Zeit großer Sorge und Ungewissheit" auf ihre gemeinsame Vergangenheit besinnen. Die Geschichte Großbritanniens sei geprägt von "Menschen und Gemeinschaften, die zusammenkamen, um als Einheit zu arbeiten" und ihre "Anstrengungen auf ein gemeinsames Ziel richteten". Sie sei überzeugt, dass Großbritannien auch die "Herausforderung" der Corona-Krise meistern werde, sagte die Königin, die sich als Vorsichtsmaßnahme früher als üblich auf ihr Schloss Windsor zurückzog.

Großbritannien hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eine Reihe von Maßnahmen verhängt, darunter die Schließung von Schulen und U-Bahnen. Weitere Schritte sind laut der Regierung in London möglich. Eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit in der besonders stark betroffenen Hauptstadt London schloss Johnson vorerst aus. Trotzdem wurden Teile der Londoner U-Bahn wegen der Pandemie stillgelegt. Bis zu 40 Stationen sollen nach Angaben der Verkehrsbetriebe geschlossen werden, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Auch der Busverkehr wurde eingeschränkt.

*Datenschutz

Zudem will die Regierung im Unterhaus eine Art Notstandsgesetz einbringen, das den Behörden Sonderrechte für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren einräumt. Dazu zählen die Festsetzung und Isolierung von Menschen. Das Verteidigungsministerium rief 20.000 Soldaten in Alarmbereitschaft.

Das Sars-CoV-2-Virus verbreitet sich London schneller als in anderen Regionen Großbritanniens. Doch auch in anderen Landesteilen wurden viele Zugverbindungen gestrichen. Insgesamt verfolgt Großbritannien noch immer einen weniger strikten Ansatz als andere Länder. Erst am Mittwoch hatte sich die Regierung entschlossen, die Schulen bis Ende der Woche zu schließen. Ausgangssperren gibt es bislang keine. Läden sind weiterhin geöffnet.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP