Politik

Herbe Schlappe für Laschet Junge Union will Merz als CDU-Chef

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Die Junge Union hat ihren Favoriten schon gewählt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Beteiligung mau - das Votum deutlich: An der Befragung des CDU-Nachwuchses zum künftigen Parteichef nimmt nur jeder Fünfte teil. Von denen allerdings spricht sich die Mehrheit für Merz an der Spitze aus. Konkurrent Laschet holt sich eine blutige Nase.

Das Votum ist eindeutig - der Nachwuchs der Union wünscht sich Friedrich Merz an der Spitze der CDU. Bei einer zweiwöchigen Mitgliederbefragung des Parteinachwuchses kommt Merz auf 52 Prozent der Stimmen, wie JU-Chef Tilman Kuban mitteilt. "Friedrich Merz ist der Kandidat der Jungen Union und deshalb auch mein Kandidat", sagte er.

Das Ergebnis der Abstimmung zeige, "dass sich die junge Generation wieder mehr Unterscheidbarkeit wünscht." In den langen Jahren der Großen Koalition seien "vielleicht so manche Unterscheide etwas unscharf geworden". Viele JU-Mitglieder wünschten sich eine lebhaftere politische Debatte, die "nicht den Rändern überlassen" werden dürfe, sagte Kuban. "Das traut die Junge Union offenbar Friedrich Merz zu", sagte der Niedersachse weiter.

Deutlich fällt das Votum auch für NRW-Regierungschef Armin Laschet aus. Nur knapp jeder Fünfte spricht sich für ihn an der Parteispitze aus. Damit schneidet er noch schlechter als Außenpolitiker Norbert Röttgen ab, den sich immerhin knapp 28 Prozent der Befragten wünschen.

Nur 20 Prozent Wahlbeteiligung

Die Drei hatten sich Mitte Oktober bei einer Diskussionsrunde der Jungen Union vorgestellt und ihre Agenda präsentiert. Dabei hatte Merz angekündigt, dass unter seiner Führung keine Beschlüsse mehr gefasst würden, die die Kosten in die Zukunft verlegen und sie der jungen Generation aufbürden. Das ist für große Teile der Jungen Union ein seit Jahren wichtiges Thema.

Die JU - die gemeinsame Jugendorganisation von CDU und CSU - hat nach eigenen Angaben knapp 100.000 Mitglieder. An der JU-internen Abstimmung beteiligten sich laut Kuban lediglich 20,1 Prozent der Stimmberechtigten. Das Ergebnis ist nicht bindend - Kuban wertete es aber als "Empfehlung" an die rund 100 Delegierten der JU beim Wahlparteitag. Er selbst werde sich an dem Resultat orientieren und für Merz stimmen.

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Derzeit zeichnet sich nach massiven innerparteilichen Querelen ab, dass die CDU Mitte Januar ihren neuen Vorsitzenden wählt. Wegen der Corona-Krise war der eigentliche Termin im Dezember gestrichen worden. Damit wurde der eigentlich bereits für April geplante Wahl-Parteitag bereits zum zweiten Mal verschoben. Merz hatte dies anschließend als Angriff des Partei-Establishments gegen sich und als Aktion des Laschet-Lagers gewertet. In einem wenige Tage später anberaumten Krisen-Gipfel einigten sich Laschet, Merz und Röttgen sowie Generalsekretär Paul Ziemiak und Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf den neuen Termin. AKK hatte Merz und Laschet zuvor öffentlich zur Ordnung gerufen.

Update: Die JU hat am Nachmittag das Wahlergebnis präzisiert. An der Reihenfolge und der Tendenz änderte sich nichts. Diese Textfassung enthält die bislang letzten übermittelten und damit wohl aktuellsten Zahlen.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP