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"Nach intensiver Beratung" Ziemiak: Bewerber wollen CDU-Parteitag im Januar

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Im Januar soll die Partei nun eine neue Spitze bekommen.

(Foto: imago images/Emmanuele Contini)

War es das Gekeile von Merz oder die öffentliche Ermahnung von Parteichefin Kramp-Karrenbauer? Die drei Bewerber um den CDU-Vorsitz haben sich nun darauf geeinigt, dass die neue Parteiführung im Januar gewählt wird - egal ob bei einem Präsenzparteitag oder digital.

Die neue CDU-Spitze soll Mitte Januar gewählt werden. Darauf haben sich die Bewerber Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen "nach intensiver Beratung verständigt", wie der Generalsekretär der Partei, Paul Ziemiak, mitteilte. Nun soll der Bundesvorstand gebeten werden, ein Delegiertentreffen anzusetzen. An dem treffen nahm auch Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer teil.

Zugleich hätten Merz, Laschet und Röttgen entschieden, "die für Dienstag geplante Diskussionsrunde zum Parteivorsitz wegen der aktuellen Corona-Lage" zu verschieben, teilte Ziemiak weiter mit. Der Termin soll "rechtzeitig vor dem Parteitag nachgeholt" werden. Die drei Kandidaten hatten sich auf eine Reihe von Formaten verständigt, um den Parteimitgliedern Rede und Antwort zu stehen. Ziemiak sprach von einem starken Zeichen der Einigkeit, dass mit dieser Einigung gesendet werde. Merz nannte die Einigung einen guten Kompromiss.

Zum Verfahren sagte Ziemiak, dass die drei einen zentralen Präsenzparteitag bevorzugten. "Wenn das und auch ein dezentraler Präsenzparteitag nicht möglich sein sollten, plädieren sie für einen Online-Parteitag mit digitaler Wahl des Bundesvorstandes." Über die genauen Einzelheiten soll der Bundesvorstand am 14. Dezember beraten.

Erst zu Wochenbeginn hatte die CDU-Spitze entschieden, den für Dezember geplanten Parteitag, bei dem ein neuer Vorsitzender gewählt werden sollte, zu verschieben. Es war bereits die zweite Absage, nachdem ebenfalls wegen Corona bereits ein ersten Delegiertentreffen für April gestrichen worden war.

Nach der neuerlichen Absage hatte der frühere Fraktionschef Friedrich Merz nahezu umgehend von einer Aktion des Partei-Establishments gegen sich gesprochen, die einzig zum Ziel habe, seinem Mitbewerber Laschet Zeit für bessere Umfragewerte zu verschaffen und ihn selbst als neuen CDU-Chef zu verhindern. Noch-Parteichefin Kramp-Karrenbauer hatte Merz und NRW-Ministerpräsident Laschet erst heute in einem "Spiegel"-Interview öffentlich zur Ordnung gerufen, ohne jedoch Namen zu nennen.

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Nach der Absage waren allerdings auch zunehmend Stimmen laut geworden, die für eine schnelle Wahl plädierten. Der neue Parteichef hat beste Chancen, die Union im kommenden Jahr als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf zu führen.

Quelle: ntv.de