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General Haftar bedroht Tripolis Kämpfe in Libyen alarmieren die UN

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Gefechtslärm über Tripolis: Beide Seiten fahren im Kampf um die Millionenstadt schwere Geschütze auf.

(Foto: REUTERS)

Die Angriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis bringen die Drähte der internationalen Krisendiplomatie zum Glühen. Nach einer Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat sind sich die Großmächte einig. Eine militärische Intervention muss General Haftar wohl nicht fürchten.

Der UN-Sicherheitsrat hat die Truppen des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar zur Beendigung ihres Vormarsches auf Tripolis aufgerufen. Das Gremium fordere von Haftars sogenannter Libyscher Nationaler Armee (LNA), "alle militärischen Bewegungen zu stoppen", erklärte der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen nach einem Treffen des Sicherheitsrats in New York. Deutschland hat derzeit den Vorsitz im Sicherheitsrat inne.

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LNA-Chef Chalifa Haftar (l.), hier bei einem Treffen mit dem saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman Ende März in der saudischen Hauptstadt Riad.

(Foto: dpa)

Zuvor hatten die Außenminister der G7-Staaten die sofortige Einstellung der Kämpfe in Libyen angemahnt. Die Konfliktparteien sollten "alle Aktivitäten und alle Truppenbewegungen auf Tripolis" umgehend beenden, erklärten die im westfranzösischen Dinard zu Beratungen versammelten Minister. Die jüngsten Gefechte in der Nähe von Tripolis behinderten die Bemühungen der Vereinten Nationen für einen politischen Prozess in dem Bürgerkriegsland.

Es gebe keine militärische Lösung in dem Konflikt, betonten die G7-Minister. "Wir lehnen entschieden jegliche militärische Operation in Libyen ab." Durch die neue Gewalt würden lediglich Zivilisten gefährdet. An dem Treffen in der Bretagne nahm auch Bundesaußenminister Heiko Maas teil. Die G7-Delegationen wollen ihre Beratungen bei dem Treffen in Dinard am Samstag fortsetzen.

Seit 2011 herrscht Chaos

Die Truppen des mächtigen libyschen Generals Haftar wollen Tripolis einnehmen. Dort sitzt die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch, die mit Haftar um die Macht in dem ölreichen Land ringt. Die Bundesregierung bemüht sich mit der UN um eine Entschärfung der angespannten Lage in dem nordafrikanischen Krisenland. Der Name Haftars wurde in der Erklärung der G7-Minister nicht explizit genannt. Zur G7-Gruppe gehören neben Deutschland und Frankreich auch die USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien.

In der Nähe der libyschen Hauptstadt Tripolis hatten sich regierungstreue Milizen vor dem Wochenende schwere Gefechte mit Truppen Haftars geliefert. Haftar hatte am Donnerstag seiner LNA befohlen, auf die Hauptstadt vorzurücken. Der Vormarsch war nur vorübergehend von regierungstreuen Milizen gestoppt worden.

Seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land Chaos. Die Regierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Zahlreiche Milizen haben sich im Land ausgebreitet und sind auf verschiedene Weise mit der Einheitsregierung in Tripolis oder der Gegenregierung im Osten verbündet.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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