Politik

"Spannende Zeit" für Partei Kandidaten für SPD-Spitze müssen 23 Mal ran

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426.000 SPD-Mitglieder können per Briefwahl oder online über ihre künftige Parteispitze abstimmen

(Foto: picture alliance/dpa)

Einige Bewerber haben sich schon aus der Deckung gewagt und verkündet, für den Vorsitz der SPD kandidieren zu wollen. Noch bis Anfang September können weitere Bewerber ihren Hut in den Ring werfen. Ab dann geht es darum, die Genossen von sich zu überzeugen.

Die Kandidaten für den Parteivorsitz der SPD sollen sich auf 23 Regionalkonferenzen der Basis vorstellen. Die erste Vorstellungsrunde wird am 4. September in Saarbrücken organisiert, sagte der kommissarische Parteivorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Den Abschluss bilde am 12. Oktober eine Veranstaltung in München.

"In den großen Landesverbänden" werde es bis zu drei Konferenzen geben, sagte Schäfer-Gümbel den Zeitungen. Ziel sei es, "dass sich möglichst viele Mitglieder ein eigenes persönliches Bild machen können".

Vom 14. bis 25. Oktober kann die SPD-Basis dann in einer Mitgliederbefragung über die künftige Parteiführung abstimmen. Je nach Ergebnis folgt noch eine Stichwahl. Die formale Entscheidung trifft ein Parteitag Anfang Dezember.

Die etwa 426.000 Mitglieder können per Briefwahl oder online abstimmen. Für die Online-Variante haben sich laut Schäfer-Gümbel bisher etwa 85.000 Sozialdemokraten registriert - "vom ganz jungen bis zum 80-jährigen Mitglied". Ziel der Parteispitze sei es, "die Marke von 100.000 zu knacken".

GroKo-Schicksal stehe nicht im Vordergrund

Mit den Regionalkonferenzen stehe der SPD eine "spannende Zeit" bevor, sagte Schäfer-Gümbel. "Denn diese Tour ist dazu da, um über die künftige Politik und die Kernfragen zu reden, die alle beschäftigen: die Digitalisierung, der Klimawandel, die Veränderungen der Arbeitswelt, soziale Gerechtigkeit." Dagegen stehe die Frage, ob die SPD die Große Koalition fortsetzt, "bei Weitem nicht im Vordergrund".

Um die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben sich bisher Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordnete Christina Kampmann beworben. Daneben wollen die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer antreten, ebenso wie die Oberbürgermeisterin von Flensburg, Simone Lange, gemeinsam mit ihrem Amtskollegen aus Bautzen, Alexander Ahrens.

Diesen Zweier-Teams fehlt noch die nötige Mindestunterstützung von mindestens fünf Unterbezirken oder einem Bezirk oder einem Landesverband aus der Partei. Am Montag kündigte auch der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 1. September.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

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