Politik

Ärger mit China beim Asean-Treffen Kerry stützt sich auf Kennedys Krückstock

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Den vergoldeten Griff des Kennedyschen Krückstocks darf jetzt John Kerry halten.

(Foto: REUTERS)

In Malaysia mischt sich der US-Außenminister in fremde Angelegenheiten ein. So sieht es jedenfalls China, das sich in Territorialstreitereien nicht reinreden lassen will. Am Rande des Treffens kann Kerry aber mit einer Geschichte über seine Krücke erheitern.

Beim Treffen der zehn Außenminister der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) in Malaysia haben die USA die Territorialstreitigkeiten im Südchinesischen Meer in den Mittelpunkt gerückt - gegen den Widerstand Chinas. US-Außenminister Kerry schnitt das Thema im Gespräch mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi an, wie er sagte. Wang hatte zuvor gesagt, Treffen wie in Kuala Lumpur seien nicht "der geeignete Ort, um spezifische bilaterale Streitfragen" zu diskutieren.

Kerry habe "die großangelegte Landgewinnung, die Umbauten und die Militarisierung von Anlagen durch China" in dem von mehreren Staaten beanspruchten Seegebiet kritisiert, sagte ein US-Diplomat nach einem Gespräch Kerrys und Wangs. "Er ermutigte China ebenso wie die anderen Anspruchsteller, die problematischen Aktionen zu stoppen, um Raum für Diplomatie zu schaffen", sagte der Vertreter des US-Außenministeriums.

Kerry hatte zuvor lediglich gesagt, er habe ein "gutes Treffen" mit Wang gehabt und hoffe, dass bei dem Asean-Treffen ein Weg gefunden werde, in der Streitfrage "effektiv gemeinsam vorwärts zu gehen". Wang sagte seinerseits, Kerry habe "Chinas Unterstützung begrüßt, die Frage des Südchinesischen Meeres friedlich zu lösen".

Asean-Länder wie Vietnam und die Philippinen protestieren gegen chinesische Gebietsansprüche im rohstoffreichen Südchinesischen Meer. China schüttet dort an mindestens einem umstrittenen Riff Land auf und baut eine Landebahn. "Die USA teilen den schon oft zum Ausdruck gebrachten Wunsch der Asean-Länder, Frieden und Stabilität im Südchinesischen Meer zu wahren", sagte Kerry.

Die USA selbst pochen darauf, dass die Schifffahrt dort nicht behindert wird. China hat mehrfach betont, dass es nur bilateral mit betroffenen Ländern über Gebietsansprüche reden wolle und dass Länder, die nicht zur Region gehörten, sich nicht einmischen sollten.

Erbstück von den Kennedys präsentiert

Am Rande des Treffens konnte Kerry seine Kollegen und Journalisten aber noch mit einer anderen Geschichte erheitern. Seit seinem Beinbruch im Mai humpelt der US-Außenminister. Dabei stützt er sich auf einen berühmten Stock. Das schwarze Holzteil mit Silberknauf ist ein Erbstück der Kennedy-Familie, wie Kerry seinen Amtskollegen bei einem Treffen in Malaysia verriet.

Der ehemalige Präsident John F. Kennedy (1917 bis 1963) habe sich wegen Rückenschmerzen schon darauf gestützt, bevor er gewählt worden sei, berichtete Kerry. Zuvor habe der Stock dessen Vater Joseph Patrick Kennedy (1888 bis 1969) gehört.

Der Stock landete später bei John F.s Bruder, Senator Edward "Teddy" Kennedy. "Teddy Kennedy hat ihn auch nach einem Bruch benutzt", sagte Kerry. Der Senator habe ihm den Stock vor längerer Zeit zweimal nach Knieoperationen geliehen. Edward Kennedy starb 2009. Als dessen Witwe Vicki von Kerrys Beinbruch gehört habe, habe sie ihm den Stock sofort geschickt, sagte Kerry.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa/AFP

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