"Atommacht weiter ausbauen"Kim Jong Un droht Südkorea und stellt USA Bedingungen

Für Nordkoreas Machthaber ist Südkorea der "feindlichste Feind". Gespräche mit dem neuen Präsidenten Lee kommen für Kim nicht infrage. Mit Washington würde Pjöngjang zwar sprechen, aber erst, wenn die USA ihre "feindselige Politik" aufgeben.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Südkorea mit einem "vollständigen Kollaps" gedroht, falls die Sicherheit seines Landes bedroht wäre. Zudem wies er die Annäherungsversuche der südkoreanischen Regierung unter Präsident Lee Jae Myung als plumpe Täuschung zurück, wie Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Ein Dialog mit Seoul komme nicht infrage.
Kim machte die Äußerungen zum Abschluss eines neuntägigen Parteikongresses in Pjöngjang, der alle fünf Jahre tagt und als höchstes politisches Entscheidungsorgan des Landes gilt. Dabei bezeichnete er Südkorea als "feindlichsten Feind".
Den USA signalisierte er grundsätzliche Dialogbereitschaft. Sollten die Vereinigten Staaten ihre "feindselige Politik" aufgeben und Nordkoreas Status als Atommacht akzeptieren, stünde einer friedlichen Koexistenz nichts im Wege, sagte Kim. Es sei der feste Wille seiner Partei, "unsere nationale Atommacht weiter auszubauen und zu stärken", sagte Kim beim Parteikongress. Er kündigte die Entwicklung stärkerer Interkontinentalraketen an, darunter solche, die von U-Booten aus gestartet werden können. Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri verfügt Nordkorea derzeit über rund 50 Atomsprengköpfe und genügend spaltbares Material für bis zu 40 weitere.
"Die Aussichten der Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA hängen vollständig von der Haltung der Vereinigten Staaten ab", so Kim weiter. Er hatte US-Präsident Donald Trump während dessen erster Amtszeit mehrfach getroffen, darunter bei Gipfeltreffen in Singapur (2018) und im vietnamesischen Hanoi (2019).