Politik

Nallinger im "ntv Frühstart" "Klimaschutz kurbelt Wirtschaft an"

Die deutsche Wirtschaft legt ihr Augenmerk nach Ansicht der Stiftung zwei Grad zunehmend auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Dies hat zur Folge, dass der Energiebedarf deutlich steigen wird. Hier müsse die Politik aber noch entscheidende Weichen stellen.

Den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien sieht die Stiftung zwei Grad als "das Zukunftsprojekt der Bundesregierung". Die Unternehmen bräuchten künftig wesentlich mehr Strom, sagte Vorständin Sabine Nallinger im "ntv Frühstart". Bislang gebe es keine verlässlichen Planungszahlen für den Bedarf. "Wir wissen, dass der Strombedarf steigen wird" und sich dabei bis 2030 mindestens verdoppelt. In den Folgejahren brauche es dann sogar die drei- bis vierfache Menge. Angesichts der kleinteiligen Debatten um Windräder und Solaranlagen auf Dächern fehle ihr die Fantasie, sich diese Strommengen vorzustellen, sagte sie weiter.

Viele Unternehmen und ganze Branchen stünden vor großen Investitionsentscheidungen, um ihre Maschinen und Produktionsanlagen zu erneuern. Dabei stelle sich für viele die Frage, für welche Technologien sie sich entscheiden sollen. Konzepte seien schon sehr weit, aber der dafür benötigte Strom sei noch zu teuer und deswegen reiche es noch nicht zum Geschäftsmodell.

Deswegen drängten die Wirtschaft und die Unternehmen die Politik ganz stark, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen und die erneuerbaren Energien auszubauen. "Das sind die Themen, die die Industrie und die Wirtschaft gerade umtreiben", sagte sie weiter. Hinzu käme, dass die Firmen verbindlich wissen müssen, dass sie an die Strommengen aus erneuerbaren Energien kommen und wie sich der Strompreis zusammensetzt.

Klimaschutz ist Investitionsprogramm

Dabei sehe sie, dass Klimaschutz letztlich eine Investition in die Infrastrukturprojekte sei. "Es bedeutet volle Auftragsbücher für viele Unternehmen" und sei "ein Ankurbeln der Wirtschaft". Gleichzeitig aber seien die Kosten immens. So müsse etwa Thyssenkrupp "an die zehn Milliarden Euro investieren, um aus den fossilen Hochöfen zukunftsfähige Hochöfen zu machen". Das werde das Unternehmen höchst wahrscheinlich nicht alleine stemmen können.

Daher plädierte sie für eine "Kombination aus Förderung und klugen politischen Argumenten". So regte sie an, der Autoindustrie den Einsatz sogenannten grünen Stahls als Beitrag zum Erreichen der Klimaziele anzurechnen. Dann werde es für die Unternehmen "spannender und interessanter, grünen Stahl zu verwenden", sagte sie.

Die Stiftung zwei Grad engagiert sich nach eigenem Bekunden dafür, dass die Politik marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen für den Klimaschutz setzt. Zugleich will sie die Unternehmen bestärken, eigene Ansätze und Lösungen für mehr Klimaschutz zu entwickeln. Zu den Unterstützern der Stiftung gehören viele Unternehmen wie etwa Thyssenkrupp, die Deutsche Bahn, Deutsche Wohnen und die Telekom.

Quelle: ntv.de, jwu