Politik

Hochzeitstanz-Video aufgetaucht Kneissls Knicks vor Putin sorgt für Skandal

107919403.jpg

Österreichs Außenministerin tanzt auf ihrer Hochzeit nicht nur mit ihrem Mann - sondern auch mit Putin.

(Foto: dpa)

Dass Russlands Präsident Putin auf der Hochzeit der österreichischen Außenministerin auftaucht, sorgt für Irritationen - dass er einen Kosakenchor im Gepäck hat, sowieso. Doch erst ein nun aufgetauchtes Tanzvideo löst einen handfesten Skandal aus.

Auch zwei Tage nach der Hochzeit der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl sorgt der Besuch von Russlands Präsidenten Wladimir Putin bei der Feier noch für Furore in Österreich. Schuld daran ist ein Video des russischen Staatssenders RT, das sich im Internet rasant verbreitet. Darauf ist zu sehen, wie Kneissl und Putin miteinander tanzen - und wie Österreichs Chefdiplomatin anschließend einen tiefen Knicks vor dem starken Mann aus Moskau macht.

Das Bild der knienden Außenministerin wurde von Österreichs Medien weiterverbreitet, versehen mit Überschriften wie "Kneissls Kniefall vor Putin".  "Wie unprofessionell kann man als Außenministerin sein, Bilder zu produzieren, die einen kniend vor Putin zeigen?", twitterte der Publizist Robert Misik. Selbst wenn es sich um einen "lustigen Knicks" nach einem Tanz handele, "weiß man doch, dass man solche Bilder nicht produzieren darf".

*Datenschutz

Putins Visite löste auch außerhalb der Medien eine heftige politische Debatte aus: Die Opposition warf Kneissl vor, es an der nötigen Distanz zu Russland fehlen zu lassen und die Rolle Österreichs als Vermittler zwischen Russland und den anderen EU-Ländern durch einseitige Parteinahme aufs Spiel zu setzen. Österreich hat derzeit den Vorsitz im EU-Rat inne.

Österreichs Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ, der die Hochzeit am Samstag ebenfalls besucht hatte, verteidigte Kneissl dagegen. Sie habe die renommierte Wiener Tanzschule Elmayer besucht und wisse, "was sich gehört", schrieb der FPÖ-Chef auf Facebook. "Tanzende Hochzeits-Diplomatie, mit Höflichkeit, Freundlichkeit und gutem Benehmen, besser kann man Österreich nicht vertreten", fügte Strache hinzu.

FPÖ unterstützt Krim-Annexion

Tanzschuldirektor Thomas Schäfer-Elmayer bestätigte österreichischen Medien, dass eine solche Geste am Ende eines Tanzes üblich sei und als "tiefes Kompliment" gelte. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel einen solchen Knicks vor Putin machen würde, antwortete er allerdings mit "Nein".

Die parteilose Kneissl war von der FPÖ als Außenministerin nominiert worden. Sie und der Unternehmer Wolfgang Meilinger heirateten auf einem Weingut in der Steiermark, der Heimat des Bräutigams. Die rechtspopulistische FPÖ regiert seit Dezember in Österreich als Juniorpartner in einer Koalition mit der konservativen ÖVP von Kanzler Sebastian Kurz, der ebenfalls zur Hochzeit gekommen war.

Seit Jahren unterhält die FPÖ Beziehungen zur russischen Regierungspartei Einiges Russland. 2016 gingen die beiden Parteien eine Partnerschaft ein. Die euroskeptische FPÖ unterstützt auch die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland, die vom Westen als völkerrechtswidrig verurteilt wird. Die Partei setzt sich deshalb für eine Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Russland ein, die wegen des Konflikts in der Ost-Ukraine verhängt wurden.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

Mehr zum Thema