Politik

Trotz Russland-Sanktionen Kremlnahe Oligarchen wohl weiter in Lettland aktiv

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Andrej Bokarew zusammen mit Kremlchef Wladimir Putin (r.) und Verteidigungsminister Sergei Schoigu.

(Foto: picture alliance / Mikhail Metzel/TASS/dpa)

Die russischen Unternehmer Iskander Machmudow und Andrej Bokarew machen einem Bericht zufolge weiterhin Geschäfte in Lettland, trotz der Sanktionen der EU. Dabei sollen die Männer als Ausrüster der russischen Marine fungieren und zudem gute Kontakte zur Führung im Kreml unterhalten.

Trotz der von der EU verhängten Sanktionen gegen Russlands Elite machen zwei als kremlnah geltende Milliardäre einem Medienbericht zufolge weiter gute Geschäfte in Lettland. "Die Unternehmen in Riga kontrollieren sie sowohl persönlich als auch über Strohmänner", berichtete das unabhängige Internetportal "The Insider". Dem Bericht zufolge geht es um die Milliardäre Iskander Machmudow und Andrej Bokarew, die unter anderem die russische Armee ausrüsten.

In Lettland besitzen die beiden unter anderem die Maschinenbaufabrik in Riga (Rigas elektromasinbuves rupnica - kurz RER), die elektronische Anlagen für Züge, U-Bahn-Wagen und den öffentlichen Nahverkehr herstellt und EU-Fördergelder erhält. In Russland wiederum sind sie Partner bei großen Kohle- und Industriebetrieben wie UGMK oder der Transmaschholding.

Bis 2017 gehörten Bokarew und Machmudow auch Anteile am Rüstungskonzern Kalaschnikow. Nach Angaben von "The Insider" rüsten sie bis heute russische Kriegsschiffe mit Dieselmotoren aus. Wegen ihrer guten Beziehungen zum Kreml wurden beide Oligarchen von Großbritannien auf die Sanktionsliste gesetzt. Aber "die lettische Obrigkeit sieht in Bokarew und Machmudow keine Gefahr für die nationale Sicherheit", schreibt das Portal.

In Riga wurde zuletzt dem unabhängigen russischen Fernsehsender Doschd, der sich durch offene Kritik am Kreml und Russlands Krieg gegen die Ukraine einen Namen gemacht hatte, wegen seiner Berichterstattung über den Ukraine-Krieg die Sendelizenz entzogen. Anlass war ein Beitrag über Zwangsmobilisierte an der Front, bei dem der Moderator den Eindruck erweckt hatte, Hilfsgüter für russische Soldaten zu sammeln. Die Medienaufsicht wertete dies als "Bedrohung der nationalen Sicherheit".

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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