Politik

Neuer Ton in Sachsen Kretschmer: "Da ist jetzt Schluss"

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Wer will, könne immer noch eine andere Meinung haben. "Aber das ist jetzt nicht mehr entscheidend, diese Leute müssen jetzt zur Seite treten", sagte Sachsens Regierungschef Kretschmer.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Sachsen hat längst die Kontrolle über die Corona-Pandemie verloren. Kommende Woche geht der Freistaat in den harten Lockdown. Mit Blick auf Corona-Zweifler und -Leugner im Land reißt Regierungschef Kretschmer nun der Geduldsfaden. Mahnen reiche nicht mehr, nun brauche es den autoritären Staat.

Am Montag beginnt in Sachsen der harte Lockdown - und Ministerpräsident Michael Kretschmer kündigt eine strenge Umsetzung an. "Wir gehen jetzt unseren harten, sächsischen Weg", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel" laut Vorabbericht. "Wir haben ab Montag eine klare Regelung, die in aller Konsequenz durchgesetzt und kontrolliert werden wird", so Kretschmer.

Ab Montag sind im Freistaat Kitas, Schulen und weite Teile des Einzelhandels geschlossen. Es gilt außerdem eine Ausgangssperre, Bürger dürfen sich nur noch im eigenen Landkreis und in einem Radius von 15 Kilometern bewegen.

"Wer will, kann immer noch eine andere Meinung haben und unsere Maßnahmen in Zweifel ziehen, so ist das in einem freien Land", sagte er. "Aber das ist jetzt nicht mehr entscheidend, diese Leute müssen jetzt zur Seite treten." Weiter sagte der 45-Jährige: "Meinungen sind eben keine Fakten, da ist jetzt Schluss."

Auch in Aue hatte er am gestrigen Freitag erklärt, er halte eine "Umkehr der Haltung in großen Teilen der Bevölkerung" für unabdingbar. Noch immer erreichten ihn E-Mails mit Forderungen nach Lockerungen der geltenden Corona-Maßnahmen. "Das ist eine völlige Verkennung der Situation, in der Deutschland zurzeit ist." Ihm sei klar geworden, dass nun "ganz andere, ganz klare, autoritäre Maßnahmen des Staats" nötig seien.

"Es ist nicht mehr damit getan, dass wir mahnen", sagte Kretschmer. Das gesellschaftliche Leben müsse zur Ruhe kommen. Nur so sei es möglich, die Kontaktzahlen zu reduzieren und somit letztlich die Krankenhäuser zu entlasten.

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Diese Maßnahmen seien "ganz klar erforderlich, damit Mediziner und Pfleger ihre Arbeit wieder in einer guten Qualität und nicht mehr in einem Zustand absoluter Überforderung nachkommen können", sagte Kretschmer. Das Ziel, die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten, sei "nicht verhandelbar".

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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