Politik

Nach Ungarns völliger Blockade Kroatien lässt Flüchtlinge passieren

Nach der völligen Abschottung Ungarns machen sich die gestrandeten Flüchtlingen nun auf den Weg nach Kroatien. Sie dürfen das Land auf ihrem Weg nach Westeuropa passieren. Aber auch zu Fuß versuchen die Menschen, dem Elend zu entfliehen.

Nach Ungarns völliger Schließung seiner Grenze zu Serbien machen sich Flüchtlingen jetzt per Bus auf den Weg in das EU-Land Kroatien. Die meisten von ihnen waren Syrer oder Afghanen. Ein 35-jähriger Mann aus Mauretanien sagte, er habe zuvor noch nie etwas von Kroatien gehört und auch nicht gewusst, dass das Land zur Europäischen Union gehöre. "Wir wollen irgendwohin, wo es Frieden gibt", sagte der Flüchtling.

Die kroatische Regierung machte unterdessen deutlich, dass sie die aus Serbien einreisenden Flüchtlinge nicht auf ihrem Weg nach Westeuropa blockieren werden. "Sie dürfen Kroatien passieren", teilte der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic in Zagreb mit.

Derzeit stecken Hunderte Flüchtlinge weiter hinter dem ungarischen Grenzzaun im Nicht-EU-Land Serbien fest. Die Menschen machen sich aber auch zu Fuß auf den Weg. "Warum tun sie das", frage eine Afghanin mit einem Kind auf dem Arm an der serbischen Grenze zu Ungarn. "Es war wirklich schlimm letzte Nacht", beschrieb der 17-jährige Baschir aus Afghanistan die Lage der Flüchtlinge. "Es war kalt, besonders für Familien mit kleinen Babys", sagte er Journalisten vor Ort.

Über die Türkei nach Griechenland

Ungarn hatte in der Nacht zum Dienstag seine 175 Kilometer lange Grenze zu Serbien geschlossen. Wenige Stunden darauf kündigte die Regierung in Budapest an, auch die Grenze zu Rumänien mit einem Zaun abzuriegeln. Dieses Nachbarland gehört anders als Serbien zur EU. Ungarn wolle verhindern, dass sich Schlepper Ausweichrouten über Rumänien suchten, sagte Ungarns Außenminister Peter Szijjarto zu dem geplanten neuen Grenzzaun. Mit dem Bau werde am ungarisch-serbisch-rumänischen Dreiländereck begonnen.

Die rumänische Regierung verurteilte den Plan umgehend. Zeitgleich mit der Abriegelung der Grenze zu Serbien traten in Ungarn verschärfte Gesetze in Kraft. Es gab erste Verhaftungen von Menschen, die den Zaun durchschnitten hatten.

In der Türkei machten sich derweil Augenzeugenberichten zufolge Tausende weitere Migranten auf den Weg zur griechischen Grenze. Sie fordern, dass die Türkei die Landgrenze in die EU öffnet, damit sie nicht mehr die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer riskieren müssen. Auf Fotos aus der Grenzregion waren Sicherheitsbeamte zu sehen, die die Route der Flüchtlinge blockierten.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa

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