Politik

Kanzlerfrage beim n-tv Frühstart Kuban für "Einbindung der Parteimitglieder"

In einer sich verändernden Gesellschaft schlägt die Junge Union vor, nach neuen Wegen zu suchen, den Kanzlerkandidaten zu bestimmen. Beim n-tv Frühstart fordert JU-Chef Kuban eine größere Einbindung der Mitglieder. Ob er selbst für eine Urwahl ist, sagt er aber nicht.

Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, hat ein stärkeres Mitspracherecht der Parteimitglieder bei der Bestimmung des Kanzlerkandidaten von CDU und CSU gefordert. "Ich bin dafür, dass es eine größere Einbindung der Mitglieder gibt", sagte er beim n-tv Frühstart. Dazu sei eine Urwahl "ein Instrument".

Auf die Frage, ob er persönlich für eine Urwahl sei, entgegnete er aber: "Ich als Vorsitzender gebe keine Meinung vor". Auch bestritt er, eine solche Abstimmung habe den Charakter eines Misstrauensvotums. "Das sehe ich nicht so", sagte Kuban. Angesichts einer sich verändernden Gesellschaft schlug er vor, "auch mal zu gucken, ob es einen neuen Weg braucht, wie wir Kanzlerkandidaten bestimmen".

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte eine mögliche Urwahl zur Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union abgelehnt. "Die Union hat bisher mit guten Gründen immer gesagt, dass sie diesem Weg nicht folgt", sagte die Parteichefin am Dienstag der RTL/n-tv Redaktion. Man müsse jetzt die Entscheidung auf dem Deutschlandtag der Jungen Union abwarten und dann möglicherweise auch eine Debatte auf dem Parteitag. "Man wird sehen, wie die Delegierten sich verhalten werden."

Auch CSU-Chef Markus Söder lehnt eine Urwahl ab. "Die CSU will natürlich mitreden, was in Deutschland passiert. Und wenn es um den Kanzlerkandidaten geht, wird es ein Mitspracherecht der CSU geben müssen", sagte er dem "Straubinger Tagblatt".

Die Junge Union will sich auf ihrem Jahrestreffen am kommenden Wochenende mit der Frage befassen, ob sie beim CDU-Parteitag Ende November einen Antrag auf eine Urwahl stellen wird. Auch die konservative Werte-Union plant, auf dem CDU-Parteitag einen entsprechenden Antrag zu stellen. Selbst wenn sich der Unions-Nachwuchs bei seinem Treffen für eine Urwahl des Kanzlerkandidaten aussprechen sollte, wäre für entsprechende Satzungsänderungen bei CDU und CSU jeweils ein Parteitagsbeschluss nötig.

Quelle: n-tv.de, bdk

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