Politik

KZ-Gedenkstätten als Warnung Kulturministerin fordert Pflichtbesuche

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"Arbeit macht frei" - mit diesem zynischen Spruch in der Eingangstür haben die Nazis im Kozentrationslager Dachau die Gefangenen begrüßt.

(Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp)

Gedankengut der Nationalsozialisten mischt sich immer häufiger in öffentliche Debatten. Das darf nicht unkommentiert bleiben, vor allem in der Schule, findet Kulturstaatsministerin Grütters. Sie will Geschichtslehrer mit Besuchen in NS-Gedenkstätten vorbereiten.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat sich für Pflichtbesuche von Lehrern in KZ-Gedenkstätten ausgesprochen. "Gedenkstätten sind authentische und eindrucksvolle Orte für eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus", sagte Grütters der "Bild am Sonntag". Um Kinder und Jugendliche gut darauf vorzubereiten, seien Lehrer der Geschichte und anderer Geisteswissenschaften "ganz wichtige Vermittler". Der Besuch in einer Gedenkstätte sollte für sie verpflichtender Teil der Lehrerausbildung werden, ergänzte Grütters.

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Monika Grütters ist seit 2013 Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Hasserfüllte Parolen werden immer ungenierter öffentlich kundgetan", beklagte die CDU-Politikerin. "Leider auch von Seiten einiger Besucherinnen und Besucher in NS-Gedenkstätten." Es sei "etwas ins Rutschen geraten". Grütters fügte hinzu: "Dem können wir nicht tatenlos zusehen."

Am Montag startet Grütters das Programm "Jugend erinnert". Mit Workshops und Theaterstücken soll die Erinnerungskultur bei jungen Menschen gestärkt werden. Gedenkstätten können sich mit Ideen um eine Förderung bewerben. Für 2019 wird es dafür zwei Millionen Euro geben, für 2020 bis 2022 sind jeweils fünf Millionen Euro vorgesehen.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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