Politik

Oberwasser gegen den IS Kurden hoffen auf Wende in Kobane

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Kurdische Kämpfer haben in Kobane einen strategisch wichtigen Hügel vom IS zurückerobert.

(Foto: dpa)

Die Zuversicht bei den Kurden im syrisch-türkischen Grenzgebiet steigt: Volksverteidigungseinheiten können die vorgerückten Kämpfer des Islamischen Staats abermals zurückdrängen. Auch im Irak gibt es Erfolge. Ein Vorfall in der Türkei sorgt indes für neuen Ärger zwischen Ankara und den Kurden.

Die seit Wochen andauernden Luftschläge der internationalen Koalition bringen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der nordsyrischen Stadt Kobane allmählich in Bedrängnis. Kurdische Kämpfer nahmen den Dschihadisten im Laufe des Tages weitere Gebiete ab. Nach Angaben eines kurdischen Aktivisten übernahmen die Volksschutzeinheiten (YPG) den wichtigen Hügel Tell Schair am Rande des Ortes an der türkischen Grenze.

Mindestens drei Großangriffe auf das Stadtzentrum seien bereits am Freitagabend abgewehrt worden. Laut "Rudaw" wurden bei den Kämpfen um Tell Schair mindestens elf IS-Kämpfer und vier YPG-Milizionäre getötet.

Vor wenigen Tagen hatten IS-Einheiten einen rund drei Kilometer langen Korridor von dem Hügel Tell Schair bis zur Stadtgrenze eingenommen. Der Korridor im Westen diente den kurdischen Verteidigern unter anderem als Landestreifen für die am vergangenen Montag von US-Flugzeugen abgeworfenen Waffenlieferungen an die Kurden sowie als Pufferzone zum Grenzübergang in die Türkei.

Peschmerga-Ministerium dementiert Bericht

Offen ist, wann die angekündigten 200 irakisch-kurdischen Peschmerga-Kämpfer zur Verstärkung der syrisch-kurdischen Volksschutzeinheiten nach Kobane gelangen. Das Peschmerga-Ministerium der Autonomieregion Kurdistan in Erbil dementierte einen Bericht des Nachrichtenportals "Rudaw", wonach sich 150 Soldaten bereits an diesem Sonntag auf den Weg in die Stadt machen wollen. Der Generalsekretär im Ministerium der kurdischen Streitkräfte sagte, der Bericht sei falsch. Die Bewegung der Streitkräfte werde unter strengster Geheimhaltung erfolgen, da es sich hierbei um eine militärische Angelegenheit handele.

Die Peschmerga sollen über türkisches Territorium nach Kobane gelangen. Die nötige Erlaubnis hat die türkische Führung in Ankara bereits erteilt. Im Südosten des Landes gab es unterdessen einen Zwischenfall, der die angespannte Stimmung zwischen Türken und türkischen Kurden weiter belasten dürfte. Nach Angaben der Armee wurden drei Soldaten bei einem Angriff radikaler Kurden getötet. Drei Mitglieder einer "separatistischen Terror-Organisation" hätten die in zivil gekleideten Armeeangehörigen im Südosten des Landes erschossen, teilte das Militär mit. Die Armee bezeichnet so die kurdische PKK-Bewegung.

FSA will von Süden anrücken

Auch etwa 1300 Kämpfer der Rebellengruppe "Freie Syrische Armee" (FSA) wollen sich den Kurden in Kobane anschließen. Am Freitag gaben die oppositionellen FSA-Kämpfer aus der Provinz Aleppo die Entscheidung zur Entsendung von Einheiten bekannt - zu denen auch gemäßigte islamistische Gruppen gehören. Kurdische YPG-Vertreter haben die syrischen Rebellentruppen aber gebeten, nicht über türkisches Territorium nach Kobane zu kommen, sondern die Dschihadisten von syrischem Gebiet aus anzugreifen.

Das amerikanische Militär und Verbündete flogen nach Angaben des US-Zentralkommandos in Tampa (Florida) einen weiteren Schlag gegen den IS nahe Kobane. 22 neue Luftangriffe gab es zugleich im Irak, die meisten davon nahe dem Mossul-Damm. Die Talsperre ist seit langem umkämpft. Ein Zusammenbruch des ohnehin maroden Dammes könnte Flutwellen von 20 Metern Höhe zur Folge haben, die die Kraft hätten, große Teile der Millionenstadt Mossul mitzureißen.

Kämpfe im Libanon und im Irak

Der syrische Bürgerkrieg verschlechtert auch die Lage im Libanon immer weiter. Erneut gab es heftige Kämpfe zwischen der Armee und radikal-islamischen Bewaffneten in der nördlichen Stadt Tripolis. Dabei sei ein Zivilist ums Leben gekommen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Das Militär holte demnach Verstärkung in die Unruheregion und riegelte mehrere Gebiete ab.

Auch im Irak ist kurdischen Peschmerga-Kämpfern ein Schlag gegen die Dschihadisten des IS gelungen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen haben sie die nordirakische Stadt Sumar sowie mehrere umliegenden Ortschaften zurückerobert. Nach Luftangriffen der Anti-IS-Allianz seien Peschmerga-Einheiten am Samstagmorgen aus fünf Richtungen auf die Stadt vorgerückt, sagte ein Geheimdienstoffizier in Sumar. Nach heftigen Gefechten hätten die Kurden schließlich die IS-Kämpfer zurückgedrängt.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa/rts

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