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"Ständiges Neinsagen schadet" Kutschaty bringt sich als SPD-Chef ins Spiel

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Frischer Wind aus Nordrhein-Westfalen? Thomas Kutschaty würde vor der Nahles-Nachfolge nicht davonlaufen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Posten des Parteichefs in der SPD ist ein Schleudersitz. Entsprechend klein ist auch das Bewerberfeld. Nun wagt sich der erste SPD-Politiker aus der Deckung. Thomas Kutschaty, früher Justizminister in NRW, sagt noch nicht Ja. Aber eben auch nicht Nein.

Der nordrhein-westfälische SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty schließt eine Bewerbung für den Bundesvorsitz der Partei nicht aus. "Großen Herausforderungen darf man nicht hinterherlaufen, man darf aber auch nicht davor weglaufen", sagte der ehemalige NRW-Landesjustizminister dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Gefragt worden war er am Rande einer Fraktionssitzung im Düsseldorfer Landtag, ob er sich vorstellen könnte, für den Bundesvorsitz zu kandidieren.

Bisher hat sich offiziell noch kein Bewerber für die Nachfolge der zurückgetretenen Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles gemeldet. Die kommissarischen Parteichefs Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig hatten alle drei erklärt, dass sie das Amt nicht anstreben.

Kutschaty äußerte sich auf Nachfrage nicht dazu, ob er sich tatsächlich bewerben will. Aus Kutschatys Umfeld verlautete, er reagiere damit auf die zahlreichen Absagen für eine Kandidatur zum Parteivorsitz. Ständiges Neinsagen helfe der Partei auch nicht weiter, sagte Kutschaty.

In der SPD zeichnet sich derzeit eine Tendenz für eine Mitgliederbefragung zum künftigen Vorsitz und zu einer Doppelspitze ab. Am Montag will der Parteivorstand über das Verfahren bei der Suche nach einer neuen Parteiführung entscheiden. Auch Kutschaty hatte sich für eine Urwahl und eine Doppelspitze ausgesprochen.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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