Politik

"CDU als Bollwerk gegen AfD" Laschet setzt für Herbst auf Haseloff-Effekt

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Im September will er selbst den Blumenstrauß gewinnen: CDU-Chef Laschet gratuliert dem Wahlsieger in Sachsen-Anhalt.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-pool)

Nach dem überraschend deutlichen Wahlerfolg der Union in Sachsen-Anhalt kann Kanzlerkandidat und CDU-Chef Laschet aufatmen. Er sieht sich in dem Kurs bestätigt, die AfD auszugrenzen. Für Ministerpräsident Haseloff ist sein Erfolgs-Rezept auch auf die Bundestagswahl im September übertragbar.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat den CDU-Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch als Erfolg des Abgrenzungskurses gegenüber der AfD gewertet. "Die CDU ist das Bollwerk gegen Extremismus", sagte der Parteichef nach einer CDU-Präsidiumssitzung. Die Wahl zeige, dass die "klare Kante gegen die AfD" nicht nur richtig sei, sondern auch von den Menschen mitgetragen werde. "Der Kurs der Mitte wird um keinen Millimeter verändert."

Laschet bezeichnete den Wahlausgang als "guten Tag für die CDU" und für die "Demokratie in Deutschland". Sachsen-Anhalt könne künftig von einer Mehrheit der demokratischen Mitte gestaltet werden. Die CDU um Ministerpräsident Reiner Haseloff habe dafür gleich mehrere Koalitionsoptionen.

Auch der Magdeburger Regierungschef wertete den überraschend deutlichen Abstand von mehr als 16 Prozentpunkten zwischen der CDU und der AfD als einen Erfolg der Union. Es sei gelungen, die Wähler zu mobilisieren, nachdem Umfragen einen Wahlsieg der AfD für möglich gehalten hätten. Es sei dann auch um das Image und den Status Sachsen-Anhalts gegangen. Die Wahl habe ein "klares Signal" gesetzt. "Wir werden diesen politischen Rand austrocknen", zeigte sich Haseloff überzeugt.

Sondierungsgespräche beginnen

Die CDU war bei der Landtagswahl am Sonntag mit 37,1 Prozent der Stimmen klar stärkste Kraft vor der AfD mit 20,8 Prozent geworden. Damit kommt neben einer Fortsetzung der bisherigen Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen auch ein Bündnis der CDU mit FDP und SPD oder FDP und Grünen in Betracht. Auch ein schwarz-rotes Bündnis hätte dem vorläufigen Endergebnis zufolge eine denkbar knappe parlamentarische Mehrheit von einer Stimme. Haseloff wollte sich in der Frage der Regierungsbildung nicht festlegen. Es werde jetzt Sondierungen geben, um zu schauen, mit wem die Schnittmengen am größten seien. Er gehe ergebnisoffen in die Gespräche.

Für die Bundestagswahl im September hält der siegreiche Landeschef Sachsen-Anhalts ein ähnlich starkes Ergebnis für erreichbar. "37 Prozent Plus x sind möglich, wenn wir geschlossen marschieren", sagte Haseloff. "Armin Laschet ist unser Kanzlerkandidat, mit dem werden wir gewinnen und wenn wir es so machen, wie in meinem Wahlkampf, dann werden wir auch den Kanzler stellen." Haseloff hatte im parteinternen Ringen um die Kanzlerkandidatur CSU-Chef Markus Söder unterstützt.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa

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