Politik

"Schwer vorstellbar" Laschet stellt Karnevalssitzungen infrage

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(Foto: dpa)

Weitreichender Aufruf in NRW: Regierungschef Laschet regt mit Blick auf die kommenden Monate einen freiwilligen Verzicht in den deutschen Karnevalshochburgen an. "Mit dem Virus", sagt er, wird man "nicht so Karneval feiern können wie es üblich war".

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die Karnevalisten im Hinblick auf die Aussichten in der Coronavirus-Pandemie dazu aufgefordert, die für den Herbst anstehenden Karnevalssitzungen zu überdenken. "In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten, sagte Laschet der "Bild am Sonntag".

"Wenn Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, die Schützen auf ihr Schützenfest, Weintrinker auf ihr Weinfest, die Fußballfans auf ihre Stadionbesuche verzichten mussten, dann ist doch klar, dass auch der Karneval zur Disposition steht", erklärte der CDU-Politiker. Er wünsche sich eine gemeinsame Regel in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die von den Vereinen mitgetragen werde, sagte Laschet.

Dann würden die Menschen verstehen, "dass wir mit dem Virus nicht so Karneval feiern können wie es üblich war". Karneval mit vielen Menschen auf engem Raum und Alkohol sei schwer vorstellbar. Er spreche mit allen Beteiligten über mögliche Alternativen.

Ein klares Verbot der traditionsreichen Veranstaltungen, die in vielen Karnevalshochburgen schon Monate vor den Straßenumzügen und Feierlichkeiten mit aufwändigen Vorbereitungen beginnen, will Laschet bislang offenbar vermeiden. Noch vollkommen offen ist, wie sich die Coronavirus-Pandemie in Deutschland weiter entwickelt. Zu befürchten steht, dass es mit Beginn der kalten Jahreszeit wieder zu mehr Ansteckungen kommt.

Im Frühjahr hatten einzelne Infizierte auf einer Karnevalssitzung im NRW-Landkreis Heinsberg unwissentlich den bislang umfangreichsten Coronavirus-Ausbruch in Deutschland ausgelöst. In den darauffolgenden Monaten mussten nicht nur zahlreiche Großveranstaltungen wie Messen oder Bundesliga-Spiele abgesagt werden. Auch weltbekannte Traditionsereignisse wie das Münchner Oktoberfest wurden angesichts der unverändert bestehenden Infektionsrisiken komplett gestrichen.

Angesichts der neuen Corona-Auflagen für Großveranstaltungen in NRW planen die Kölner Karnevalisten bereits einen alternativen Start in die Session am 11.11. - mit deutlich weniger Besuchern. Wegen der Infektionszahlen sei eine Sessionseröffnung in kleiner Runde mit Live-Übertragung im WDR das wahrscheinlichste Szenario, hatte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, zuletzt erklärt.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa