Politik

Kampf gegen vierte Welle Lauterbach nennt fünf wirksame Maßnahmen

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Hat einen konkreten Plan, wie es in Sachen Pandemiebekämpfung weitergehen soll: Karl Lauterbach.

(Foto: dpa)

Noch bevor sich Vertreter von Bund und Ländern ein weiteres Mal zusammensetzen, formuliert Karl Lauterbach einen Maßnahmenkatalog, der aus seiner Sicht die vierte Welle brechen könnte. Deutschland stecke in einer "tiefen Pandemiekrise", sagt der Gesundheitspolitiker.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor der heute Vormittag anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) deutlich strengere Maßnahmen gefordert, um die vierte Corona-Welle zu brechen. "Trotz leicht sinkender Infektionszahlen steckt das Land in einer tiefen Pandemiekrise mit viel zu vielen Toten, die sich noch über viele Wochen fortsetzen wird. Daher braucht es als Beschluss von Bund und Ländern an diesem Donnerstag aus meiner Sicht fünf wirksame Maßnahmen", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

"Erstens müssen alle Schülerinnen und Schüler bis zu den Weihnachtsferien Masken im Unterricht tragen und sich täglich in der Schule testen lassen", führte Lauterbach aus. "Zweitens sollten die Kontakte Ungeimpfter bundesweit stark reduziert werden, am besten auf nur noch eine Person außerhalb des eigenen Haushalts." Drittens brauche es flächendeckend 2G-Regeln im öffentlichen Leben, auch im Einzelhandel, sagte Lauterbach. "Weil aber 25 Prozent der Infektionen durch vollständig Geimpfte weitergegeben werden, sollte 2G plus beispielsweise in Restaurants zur Pflicht werden", sagte der SPD-Politiker.

Viertens sollten umgehend alle Bars sowie Clubs und Diskotheken schließen, bis die vierte Welle vorüber sei. "Und fünftens sollten alle Krankenhäuser in Deutschland sofort auf einen Notbetrieb umschalten und alle planbaren Operationen verschieben, um genug Kapazitäten für Corona-Patienten und Notfälle freizuhalten", sagte der Sozialdemokrat.

"Keine halben Sachen machen"

"Die Lage ist ernst", konstatiert derweil Lauterbachs Parteikollegin Manuela Schwesig. Die Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND): "Wir brauchen in Deutschland klare und einheitliche Regeln." Dazu gehören Schwesig zufolge zum Beispiel "einheitliche Kontaktbeschränkungen".

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte dem RND, die Pandemie treffe ganz Deutschland hart. "Deshalb ist es wichtig, in einem Akt der nationalen Solidarität gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Infektionszahlen sinken und unser gesamtes Gesundheitssystem entlastet wird". Bundeseinheitliche Regelungen erwarte sie bei "der Regulierung von Großveranstaltungen und den Regeln für den Einzelhandel", sagte die SPD-Politikerin. "Bilder voller Bundesliga-Stadien wie am Wochenende sollte es in den verbleibenden Bundesligaspieltagen nicht mehr geben."

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst verlangte vor der Bund-Länder-Runde konsequente Entscheidungen im Kampf gegen die dramatisch hohen Zahlen. "Wir dürfen heute in der Ministerpräsidentenkonferenz keine halben Sachen machen, sondern müssen die vierte Welle entschlossen brechen", sagte der aktuelle Vorsitzende der MPK. "Die Länder brauchen dazu den bewährten Instrumentenkasten der Pandemiebekämpfung." Er sei auch dankbar, dass der voraussichtliche Nachfolger von Angela Merkel im Kanzleramt, Olaf Scholz, zugesagt habe, das Infektionsschutzgesetz erneut spürbar nachzubessern. "Das muss jetzt aber auch konsequent geschehen."

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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