Politik

Vor morgigem Corona-Gipfel So verschärfen weitere Länder schon jetzt die Regeln

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In Niedersachsen müssen häufig auch Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Test vorweisen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer verschärft, wer wartet den Corona-Gipfel ab? Einen Tag vor der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zwischen Bund und Ländern treten in einigen Bundesländern neue Corona-Regeln in Kraft. In Nordrhein-Westfalen gilt in Schulen wieder eine Maskenpflicht, in Mecklenburg-Vorpommern dürfen Weihnachtsmärkte geöffnet bleiben und in Niedersachsen gilt nun Warnstufe 2. Der Überblick.

Nordrhein-Westfalen

Infolge der hohen Corona-Neuinfektionszahlen will Nordrhein-Westfalen Clubs und Diskotheken schließen. Das kündigte Ministerpräsident Hendrik Wüst von der CDU in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags an. Weitere konkrete Maßnahmen sollen nach der MPK am morgigen Donnerstag umgesetzt werden. Fußballspiele mit über 50.000 Zuschauern, die noch dazu keine Masken trügen, werde es nicht mehr geben, sagte Wüst. Bei Großveranstaltungen würden die Kapazitäten begrenzt. Auf Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga werde das Bundesland wohl dennoch verzichten. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte ntv: "Wir haben uns in der Regierung darauf verständigt, dass wir jetzt erst einmal die Kapazität der Stadien auf ein Drittel beschränken werden. Keine Stehplätze mehr, alles auf Sitzplätze und dann halten wir das für vertretbar."

Zudem beschloss die Landesregierung, dass bereits ab dem morgigen Donnerstag alle Schülerinnen und Schüler wieder eine Maske an ihrem Sitzplatz tragen müssen. Lediglich auf dem Außengelände der Schulen gelte wie bisher grundsätzlich keine Maskenpflicht, heißt es in einer Mitteilung. Die Maske am Sitzplatz gelte auch wieder für Ganztags- und Betreuungsangebote und für alle sonstigen Zusammenkünfte im Schulbetrieb wie Konferenzen und Gremiensitzungen, sofern ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden könne. Mit der Wiedereinführung der erst Anfang November im Unterricht abgeschafften Maskenpflicht solle der Präsenzunterricht gesichert werden.

Mecklenburg-Vorpommern

Angesichts hoher Infektionszahlen und wachsender Belastungen der Kliniken durch Covid-19-Patienten zieht auch Mecklenburg-Vorpommern weiter die Zügel an. Von heute an gelten landesweit schärfere Corona-Schutzmaßnahmen. So werden die Kontaktmöglichkeiten für Ungeimpfte spürbar eingeschränkt. Laut Corona-Landesverordnung dürfen in Innenräumen nur noch fünf ungeimpfte Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen, im Außenbereich zehn. Geimpfte, Genesene und Kinder unter 14 Jahren werden dabei allerdings nicht mitgerechnet. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von der SPD appellierte an alle Bürger des Landes, freiwillig die Kontakte einzuschränken, um so die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Die Weihnachtsmärkte dürfen offen bleiben. Allerdings gilt wie zuvor schon bei Restaurant- oder Theaterbesuchen nun auch dort für den Besuch die 2G-plus-Regel. Demnach erhalten nur noch Geimpfte und Genesene mit zusätzlichem negativem Corona-Test Zugang. In weiten Bereichen des Einzelhandels werden nur noch Geimpfte und Genesene eingelassen. Ausnahmen gelten für Geschäfte des Grundbedarfs wie Supermärkte, Apotheken, Buchläden, Tankstellen und Baumärkte. Vorweihnachtliches Shoppen in Technikmärkten oder Modeboutiquen ist für Ungeimpfte nicht mehr erlaubt.

Des Weiteren senkte die Landesregierung wegen der hohen Zahl von Neuansteckungen und der Vielzahl von Corona-Klinikpatienten die zulässige Teilnehmerzahl für Veranstaltungen. In geschlossenen Räumen dürfen maximal 200 Personen zusammenkommen, im Freien bis zu 1000. Damit gilt auch für den Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock fortan ein Zuschauergrenzwert von 1000. Ursprünglich war eine Höchstgrenze von 7250 vorgesehen.

Niedersachsen

In Niedersachsen tritt am heutigen Mittwoch Warnstufe 2 in Kraft. Damit reicht es vielerorts nicht mehr aus, vollständig geimpft oder genesen zu sein. Für viele Bereiche des öffentlichen Lebens ist laut Landesregierung zusätzlich ein negativer Test notwendig. Das gilt etwa für Innenbereiche in Restaurants, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen im Innenraum, Hotels oder körpernahe Dienstleistungen, also etwa Friseure oder Kosmetikstudios. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren müssen sich in der Regel nicht zusätzlich testen, weil sie das in ihrem Schulalltag bereits oft machen.

In wenigen Landkreisen im Bundesland ist 2G plus aufgrund der Corona-Infektionslage noch nicht erreicht. Dies muss allerdings nicht zwingend heißen, dass diese Regionen nicht auch schärfere Maßnahmen verhängen.

Hessen

Hessen hat die Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Regeln teils deutlich angehoben. Wer gegen die Maskenpflicht beispielsweise als Kunde, Patient oder Fahrgast verstößt, muss künftig 100 Euro bezahlen, wie aus der neuen Verordnung hervorgeht. Bislang waren 50 Euro fällig. Wenn ein Besucher oder Gast falsche oder unvollständige Angaben zur Kontaktverfolgung macht, drohen 200 Euro Bußgeld - statt wie bislang 100 Euro. Empfängt jemand trotz angeordneter Quarantäne Besuch, dann kann das mit 500 Euro Bußgeld geahndet werden. Der neue Bußgeldkatalog gilt seit 25. November. Auch andere Verstöße gegen Corona-Regeln können teuer zu Buche schlagen: Wer beispielsweise gegen die 3G-Regel in öffentlichen Bussen und Bahnen verstößt, wird mit 100 Euro zur Kasse gebeten.

Baden-Württemberg

Seit heute reicht in Baden-Württemberg das gelbe Impfbuch in allen Bereichen, in denen der Nachweis des Corona-Impfstatus nötig ist, nicht mehr aus. Erforderlich ist der Impfnachweis in digitaler Form. Aber auch ausgedruckt in Papierform können Menschen ihren QR-Code vorzeigen, der dann ausgelesen werden kann. Der QR-Code steht auf dem Impfzertifikat. Man erhält es direkt bei der Impfung ausgedruckt oder bei Vorlage des gelben Impfpasses in der Apotheke. Der Code kann mit der Corona-Warn-App oder der CovPass-App eingelesen werden. Menschen, die kein Smartphone haben, können den Ausdruck in Papierform vorzeigen.

Bremen

Mit Einschränkungen müssen auch Fußball-Fans von Werder Bremen rechnen. Wegen der aktuellen Corona-Lage dürfen beim letzten Heimspiel der Saison nur Dauerkarteninhaber ins Stadion. 27.000 Fans haben so die Möglichkeit, das Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Erzgebirge Aue (Freitag, 18.30 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) zu sehen. "Wir gehen aber davon aus, dass aufgrund der Absatzzahlen und der Erfahrung mit Spielen, die um 18.30 Uhr angestoßen werden, das Stadion etwa nur zur Hälfte gefüllt sein wird", sagte ein Sprecher. Insgesamt bietet das Bremer Wohninvest Weserstadion 42.100 Plätze. Das Spiel wird unter 2G-Regeln ausgetragen. Weiterhin wird eine Maskenpflicht in VIP-Bereichen bestehen und eine Maskenempfehlung in allen weiteren Bereichen. Der Verein hatte bereits erklärt, keine Zuschauer aus Hochinzidenz-Regionen Sachsen, Thüringen und Bayern zuzulassen. Damit werden keine Fans des sächsischen Tabellen-15. die Partie besuchen dürfen.

In Hamburg gilt ab Samstag 2G im Einzelhandel, in Hessen dürfen ab Sonntag nur Geimpfte und Genesene shoppen gehen: Welche Bundesländer ihre Corona-Maßnahmen bereits gestern verschärft haben, können Sie hier lesen.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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