Politik

"Ansteckender und tödlicher" Lauterbach sieht hohe Gefahr in Delta

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Karl Lauterbach blickt "sehr sorgenvoll" in Richtung Herbst.

(Foto: picture alliance/dpa)

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zeigt sich "sorgenvoll" angesichts der Delta-Variante. Diese ist nach neuesten Daten nicht nur ansteckender, sondern auch tödlicher. Auch bei jüngeren Menschen und Kindern müsse mit schweren Verläufen gerechnet werden, deren Endergebnis Long Covid sein könnte.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Delta-Variante für deutlich gefährlicher als bisherige Mutanten des Coronavirus. "Von allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies hätten Auswertungen aus Kanada gezeigt. Auch Daten aus England hätten die Hoffnung, Delta wäre zwar ansteckender, aber nicht tödlicher, nicht bestätigt. Der Epidemiologe zeigte sich daher "sehr sorgenvoll für den Herbst".

Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch für jüngere Menschen und Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben. "Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch für Kinder sein kann", so Lauterbach. Die Delta-Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation inzwischen in 124 Ländern nachgewiesen worden.

Merkel wirbt nachdrücklich für mehr Impfungen

Bundeskanzlerin Merkel hat ihre Sommer-Pressekonferenz für einen eindringlichen Appell für mehr Impfungen gegen das Coronavirus genutzt. "Je mehr Menschen geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein", sagte die Kanzlerin. Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärte unterdessen, für den Herbst und Winter in Deutschland noch einmal einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen zu erwarten.

Merkel warnte ebenfalls vor einer erneuten Verschlechterung der Lage angesichts der wieder exponentiell wachsenden Infektionszahlen. Auch diejenigen, die noch zögerten, sollten bedenken: "Jede Impfung ist ein kleiner Schritt zu mehr Schutz für alle", sagt Merkel. Daher sollten auch alle, die bereits überzeugt und geimpft sind, in Familien- und Freundeskreis oder am Arbeitsplatz für mehr Impfschutz werben.

Aktuell steigt in Deutschland die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen weiter. Am heutigen morgen meldete das RKI, dass sie jetzt bei 12,2 liege. Eine Woche zuvor hatte sie noch 8,0 betragen. Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 1890 Corona-Neuinfektionen sowie 42 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert.

Quelle: ntv.de, sbl/dpa/AFP

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