Politik

"USA wissen das"Lawrow: Russen hegen keine Angriffspläne gegen Grönland

20.01.2026, 13:24 Uhr
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Lawrow zog auch Parallelen zur Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland 2014. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

US-Präsident Trump rechtfertigt seinen Anspruch auf Grönland mit nationalen Sicherheitsbedenken. Die Insel würde sonst China oder Russland in die Hände fallen. Der russische Außenminister sagt jedoch, sein Land habe keine Pläne, die Kontrolle über die Insel zu übernehmen. Die Diskussion um Grönland spielt Russland aber in die Karten.

Moskaus Außenminister Sergej Lawrow hat den Vorwurf von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, dass Russland oder China angeblich Grönland angreifen wollen. "Wir haben mit dieser Frage nichts zu tun", sagte Lawrow bei seiner Pressekonferenz zum Jahresauftakt. Russland habe kein Interesse daran, sich in die Angelegenheiten Grönlands einzumischen, und Washington wisse, dass Moskau selbst keine Pläne habe, die Kontrolle über die Insel zu übernehmen. Man beobachte die Lage. "Das ist zweifellos eine ernste geopolitische Situation", betonte er.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte noch am Vortag einen Kommentar zu den Vorwürfen eines angeblich geplanten Angriffs Russlands auf Grönland zurückgewiesen. Zugleich sagte der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin, dass Experten zuzustimmen sei, dass Trump mit einer Vereinigung der Insel mit den USA in die Weltgeschichte eingehe. Russland kommen Trumps Ansprüche auf die Arktis-Insel gelegen, weil sie die Aufmerksamkeit der EU-Staaten von Putins Krieg gegen die Ukraine ablenken.

Lawrow zog auch Parallelen zur Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland 2014. Die Krim sei für Russlands Sicherheit nicht weniger wichtig als Grönland für die USA. Trump behauptet, er brauche Grönland, um die Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gewährleisten. Lawrow wies auch darauf hin, dass Trump seine eigenen moralischen Maßstäbe zur Grundlage seiner Politik mache - und nicht das internationale Recht.

Lawrow verweist auf Krim

Der russische Chefdiplomat betonte, dass die Völker das Recht auf Selbstbestimmung hätten. Russland hatte sich die Krim und dann auch in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine die Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson nach international nicht anerkannten Volksabstimmungen einverleibt. Grönland selbst bezeichnete er als "koloniale Eroberung" und "nicht natürlichen Teil" Dänemarks.

Lawrow erklärte, dass Russland in der Arktisregion an einer Zusammenarbeit mit Anrainer-Staaten interessiert sei. In der Region schlummern riesige Rohstoffvorkommen, die die Arktis-Staaten ausbeuten wollen.

Quelle: ntv.de, raf/dpa/rts

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