Politik

AfD stürmt in den Bundestag Le Pen gratuliert, die Wirtschaft warnt

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Die AfD freut sich über ihren Einzug in den Bundestag.

(Foto: dpa)

Die Alternative für Deutschland zieht als drittstärkste Kraft in den neuen Bundestag ein. Auf Twitter heimst die Partei dafür Glückwünsche europäischer Verbündeter ein. Jüdische Verbände und die deutsche Wirtschaft sorgen sich.

Die Chefin von Frankreichs rechtspopulistischer Front National, Marine Le Pen, hat der AfD zu ihrem Einzug in den Bundestag gratuliert. "Ein Bravo für unsere Verbündeten von der AfD für dieses historische Ergebnis", schrieb Le Pen auf Twitter. "Das ist ein neues Symbol für das Erwachen der europäischen Völker."

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Glückwünsche gab es auch vom niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders. "Gratuliere @Frauke Petry und @AfD", schrieb er auf Twitter. Anschließend kommentierte er ein Bild von sich, Le Pen und Petry mit den Worten: "Wir werden immer für unsere Heimat und unsere Menschen kämpfen. Immer." In einem dritten Tweet verwies er auf die jüngsten Wahlerfolge rechter Parteien in den Niederlanden, Frankreich, Österreich und Deutschland. "Die Nachricht ist eindeutig", erklärt Wilders ergänzend. "Wir sind keine islamischen Staaten."

Entsetzen bei Juden und Türken

Die Alternative für Deutschland zieht laut aktuellen Hochrechnungen mit mehr als 13 Prozent der Stimmen und somit als drittstärkste Kraft in den neuen Bundestag ein. Bei jüdischen Organisationen sorgte dieser Wahlerfolg für Entsetzen. Im Parlament sei nun eine Partei vertreten, "die rechtsextremes Gedankengut in ihren Reihen duldet und gegen Minderheiten in unserem Land hetzt", erklärte der Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Jüdische Weltkongress nannte das starke Ergebnis der AfD "abscheulich".

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Zentralratspräsident Josef Schuster forderte die anderen Parteien auf, den Wählern künftig zu verdeutlichen, "dass die AfD keine Alternative ist". Er erwarte von den "demokratischen Kräften, dass sie das wahre Gesicht der AfD enthüllen und die leeren, populistischen Versprechen der Partei entlarven".

Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland äußerte Sorgen. Der AfD sei es gelungen, "trotz oder gerade wegen ihrer offen rassistischen Äußerungen" rund 13 Prozent der Wähler hinter sich zu vereinen, erklärte deren Bundesvorsitzender Gökay Sofuoglu. Mit Blick auf Äußerungen des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland erklärte er, es dürfe anscheinend wieder öffentlich darüber nachgedacht werden, "Menschen zu entsorgen oder an unseren Grenzen zu erschießen".

"Die AfD schadet unserem Land"

Besorgt reagierte auch die deutsche Wirtschaft auf den Wahlerfolg der AfD. "Die AfD im Deutschen Bundestag schadet unserem Land", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Er forderte die übrigen Parteien auf, die Partei in der direkten parlamentarischen Auseinandersetzung zu stellen. "Es ist an der Zeit, die dumpfen, nationalistischen und völkischen Parolen zu entlarven."

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, schloss sich dieser Ansicht an: "Die zentrale Botschaft der AfD ist Fremdenfeindlichkeit", erklärte der BDI-Präsident. Diese Partei sei im Kern gegen das, was Deutschland stark gemacht habe und weiter stark machen müsse.

Außenhandelspräsident Anton Börner merkte an, mehr als ein Fünftel der Wähler habe mit der AfD und der Linken für radikale Parteien am rechten und linken politischen Rand gestimmt. "Das ist kein gutes Ergebnis für die Republik", sagte er. Börner sieht darin ein Votum gegen das bewährte Wirtschaftssystem.

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Quelle: n-tv.de, chr/AFP/rts

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