Politik

Die Populistin und das Plagiat Le Pen klaut Rede bei Ex-Konkurrent Fillon

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Bedient sich auch mal bei der Konkurrenz: Marine Le Pen im Wahlkampf.

(Foto: dpa)

Frankreichs Präsidentschaftskandidatin Le Pen zeigt sich flexibel - zumindest was das geistige Eigentum ihrer Konkurrenten angeht. Im Wahlkampf übernimmt sie ganze Redeauszüge des Konservativen Fillon. Sie sei da nicht so verbissen, heißt es später.

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen scheut nicht davor zurück, mit Plagiaten Wahlkampf zu machen. In ihrer Wahlkampfrede am Maifeiertag kupferte die Rechtspopulistin bei dem in der ersten Runde ausgeschiedenen konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon ohne Umschweife ab.

Mindestens vier Passagen aus einer Rede, die dieser bereits am 15. April hielt, fanden sich fast wortgleich in Le Pens Rede vom Montag wieder. In den Passagen ging es um Frankreichs große Bedeutung hinsichtlich seiner Geografie und seiner Sprache sowie um einen möglichen Sonderweg, den Frankreich im 21. Jahrhundert gehen könne.

Angesprochen auf das Plagiat sagte der stellvertretende Vorsitzende von Le Pens Front National, Florian Philippot, "mit einem Augenzwinkern" sei eine "kurze rührende Passage" aus einer Rede über Frankreich übernommen worden. Le Pen sei da nicht so verbissen. Le Pens Wahlkampfdirektor David Rachline sagte der Zeitung "Liberation", die Rede sei kein Plagiat gewesen, die Kandidatin habe die Anleihen bei Fillon bewusst gemacht. Le Pen wolle zeigen, dass sie eine Kandidatin sei, die die Menschen zusammenbringe, sagte er.

Der YouTube-Kanal Ridicule TV hatte als erstes ein Video mit einer Gegenüberstellung der teils wortgleichen Redeteile veröffentlicht. Der Satire-Kanal soll Berichten zufolge Fillon nahestehen.

Le Pen, die Frankreich aus der EU führen und den Euro in Frankreich abschaffen will, tritt am kommenden Sonntag in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl gegen den proeuropäischen Reformpolitiker Emmanuel Macron an. Umfragen zufolge geht Macron als Favorit in die Stichwahl.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP

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