Politik

"Sehr positives Signal" Lindner sieht Comeback der griechischen Wirtschaft

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Lindner sieht trotz sich abzeichnender höherer Zinsen kurzfristig keinen Anlass zur Sorge für Griechenland.

(Foto: picture alliance / photothek)

Die hohe Staatsverschuldung macht Griechenland 2010 zum Sorgenkind der EU. Bei seinem Besuch in Athen blickt Bundesfinanzminister Lindner jedoch optimistisch in die Zukunft: Das Land beginne sich wirtschaftlich zu normalisieren, was seine "ausdrückliche Würdigung" finde.

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat bei seinem Besuch in Athen die wirtschaftlichen Fortschritte Griechenlands gelobt. "Die griechische Regierung hat große Anstrengungen unternommen", sagte der FDP-Chef in der griechischen Hauptstadt. Die wirtschaftlichen Daten und auch die Zahlen zum Staatshaushalt seien stark. "Das findet unsere ausdrückliche Würdigung." Lindner sprach von einer wichtigen Woche für Griechenland, das vor mehr als zehn Jahren ins Zentrum der Schuldenkrise in Europa geraten war.

Am Donnerstag sollen die europäischen Finanzminister grünes Licht geben, die verstärkte Überwachung des Reformprogramms zu beenden. "Das ist ein sehr positives Signal", so Lindner. Dann gibt es nur noch reguläre Überprüfungen. Griechenlands Finanzminister Christos Staikouras sagte, die Zusammenarbeit sei vorteilhaft, von Vertrauen und Respekt geprägt. Sein Land strebe stabile Finanzen an und kehre zur Normalität zurück. Damit werde ein schwieriges Kapitel, das 2010 begonnen habe, geschlossen. Die Spar- und Reformauflagen gingen in den vergangenen Jahren mit den riesigen Hilfen für das hoch verschuldete Land einher und haben in Griechenland immer wieder zu massiven Protesten geführt.

Lindner sagte, die Lage Griechenlands beginne sich zu normalisieren. Allerdings sei der Schuldenberg, der fast beim Doppelten der Wirtschaftsleistung steht, noch immer sehr hoch. Die Schulden müssten runter und dauerhaft tragfähig werden. Es gebe aber trotz sich abzeichnender höherer Zinsen kurzfristig keinen Anlass zur Sorge. Die griechischen Schulden sind sehr langfristig angelegt und überwiegend in der Hand öffentlicher Investoren. Die griechische Wirtschaft war zu Jahresbeginn um 2,3 Prozent gewachsen. Im Frühjahr erwarten Experten positive Impulse durch den Tourismus. Lindner ist der erste deutsche Finanzminister seit 2014, der Athen besucht. Damals war Wolfgang Schäuble vor Ort weitgehend verhasst, weil er in der EU strenge Sparauflagen durchgesetzt hatte.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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