In kurdische Regionen gereistLinke wirft Türkei Festnahme deutscher Aktivisten vor

Aktivisten, Journalisten und angeblich auch Mitglieder der Linken reisen in die Türkei, um auf die Menschenrechtslage aufmerksam zu machen. Nun werden sie mutmaßlich von den türkischen Behörden festgesetzt. Das Auswärtige Amt prüft den Vorfall.
In der Türkei sind nach Angaben der Partei Die Linke 16 Aktivisten und Journalisten aus Deutschland festgesetzt worden, die auf die humanitäre Notlage der Kurden in Nord- und Ostsyrien aufmerksam machen wollten. Dem Auswärtigen Amt seien Berichte über mögliche Festnahmen bekannt, hieß es dazu auf Anfrage. Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Ankara und des Generalkonsulats in Istanbul seien "bemüht, den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären" und zu prüfen, ob und wie viele Deutsche betroffen seien.
Nach Angaben der Linkspartei gehören die Betroffenen zu einer zivilgesellschaftlichen Delegation, die in kurdische Regionen im Südosten der Türkei gereist war. Ziel sei es, Proteste gegen die eskalierende Gewalt in Syrien zu begleiten, auf die humanitäre Lage in Nord- und Ostsyrien aufmerksam zu machen und mögliche Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Unter den Festgesetzten seien demnach auch Aktivisten, Journalisten sowie ein Vertreter der Linksjugend Solid und ein Mitglied der niedersächsischen Linken.
Die außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Cansu Özdemir, sowie Parteichef Jan van Aken forderten die sofortige Freilassung der Betroffenen. Van Aken verlangte zudem umgehenden konsularischen Beistand.
Die Angaben der Linkspartei fallen in eine Phase erhöhter Spannungen in den überwiegend kurdischen Grenzregionen der Türkei zu Syrien. Pro-kurdische Demonstranten in der Türkei protestierten gegen die jüngsten Zusammenstöße zwischen der Übergangsregierung in Damaskus und den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) unter Führung kurdischer Milizen im Norden Syriens.