Feuer in Asphaltwerk bei BerlinLinksextreme wollen Brandanschlag auf "Atomprofiteur" verübt haben

In einem Asphaltwerk bei Berlin bricht Feuer aus. Kurz darauf taucht im Internet ein Bekennerschreiben einer mutmaßlich linksextremistischen Gruppe auf - mit auffälligen Parallelen zum Anschlag auf das Berliner Stromnetz vom Januar.
Nach einem Feuer in einem Asphaltmischwerk in Wandlitz nördlich von Berlin mit einem Millionenschaden prüft die Polizei, ob eine politisch motivierte Brandstiftung dahintersteckt. Geprüft werde auch ein auf der Internetplattform "Indymedia" aufgetauchtes Bekennerschreiben, in dem sich eine offensichtlich linksextremistische Gruppe der Tat bezichtigt, sagte ein Sprecher des Lagedienstes des Polizeipräsidiums Brandenburg.
Das Feuer war in der Nacht zu Mittwoch in der Anlage des Straßenbauunternehmens Eurovia im Wandlitzer Ortsteil Schönerlinde ausgebrochen, das am Autobahndreieck Pankow im Berliner Norden liegt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Frankreich und gehört zum Vinci-Konzern.
In dem Schreiben der Gruppe heißt es, man habe in der Nacht auf den 11. März - genau 15 Jahre nach der Atom-Katastrophe von Fukushima - das Asphaltmischwerk erheblich beschädigt und vorübergehend stillgelegt. Dessen Betreiberkonzern sei ein "Atomprofiteur", hieß es. "Dazu wurden an diversen Stellen auf den Förderbändern und an den Stromkabeln der Motoren ein gutes halbes Dutzend Brandsätze platziert."
Zur Motivlage ist unter der Überschrift "Eine Kreislaufwirtschaft aus Tod und Zerstörung" zu lesen: "Das Unternehmen sichert die Zukunft fossiler Energien, indem es Kernreaktoren, Öl-Pipelines oder Gas-Terminals (wie z. B. in Brunsbüttel) baut, und schöpft gleichzeitig Gewinn aus der Illusion grüner Energie, indem es riesige Windparks oder Wasserkraftwerke errichtet."
Die Verfasser beziehen sich zudem einem RBB-Bericht zufolge auf die linksextreme Kampagne "Switch Off". Nach dem Anschlag auf das Stromnetz in Berlin Anfang des Jahres hatten die mutmaßlichen Täter einer sogenannten "Vulkangruppe" sich in einem Bekennerschreiben ebenfalls auf die linksextremistische Kampagne berufen. Unter dem Label "Switch off - the system of destruction" rufen Unbekannte seit Jahren zu Brandanschlägen und Sabotage auf.
Auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform "Indymedia" kann jede und jeder ohne Registrierung Beiträge veröffentlichen - auch anonym oder unter falschem Namen. Schon mehrfach haben sich vermeintliche Bekennerschreiben und andere Veröffentlichungen auf "Indymedia" als Fälschungen herausgestellt.
In den Orten Schönerlinde, Wandlitz, Schönwalde, Lindenhof und Berlin-Buch war wegen des Feuers vor Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung gewarnt worden. Auf der Homepage des Unternehmens heißt es, das Asphaltmischwerk sei wegen des Brandes vorübergehend außer Betrieb. Ein Termin für den Wiederanlauf stehe noch nicht fest.
Anfang Januar waren bei einem mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlag in Berlin mehrere Starkstromkabel beschädigt worden. Danach fiel die Stromversorgung von 45.000 Haushalten tagelang aus.