Politik

Trotz früherer eigener ZweifelLinnemann traut sich Ministeramt jetzt doch zu

25.07.2026, 15:30 Uhr
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Carsten Linnemann, bisher CDU-Generalsekretär, spricht bei einer Pressekonferenz nach den Gremiensitzungen der CDU im Konrad-Adenauer-Haus. (Foto: picture alliance/dpa)

Trotz früherer Äußerungen über die eigene Eignung bekräftigt der designierte Gesundheitsminister seine Bereitschaft für die neue Aufgabe. Linnemann erklärt, warum seine damalige Einschätzung heute nicht mehr gelte und was sich seitdem geändert habe.

Der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann traut sich nach eigenen Worten die neue Aufgabe zu - trotz früher geäußerter Zweifel an der eigenen Eignung. "Ich habe großen Respekt vor der neuen Aufgabe, ist doch klar", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Ich weiß, dass ich mich noch tiefer werde einarbeiten müssen. Aber ich traue mir das zu."

Hintergrund sind Äußerungen von Linnemann in einem Interview des Senders Phoenix im Mai 2025. Damals hatte der Volkswirt gesagt, es sei nicht "sein Ding", Minister zu sein, nur damit das irgendwo in Wikipedia stehe. "Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun." Dieses Zitat wird Linnemann nun von Kritikern vorgehalten, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz Linnemanns Ernennung zum Bundesgesundheitsminister angekündigt hat.

Jetzt sagte Linnemann der Zeitung: "Wenn die Uhr auf die Zeit kurz nach der Bundestagswahl zurückgedreht würde, würde ich wieder so antworten. Die Ausgangslage war damals eine andere." Im Wahlkampf habe er für die Abschaffung des Bürgergelds geworben. Dieses Versprechen habe er unbedingt einlösen wollen. In seiner Doppelfunktion als CDU-Generalsekretär und als Fraktionsvize für Arbeit und Soziales habe er bei dem Thema mitreden können. Inzwischen sei die neue Grundsicherung eingeführt.

Linnemann verspricht weitere Reformen

Zudem habe er im Koalitionsausschuss auch Gesundheitsthemen verhandelt, betonte Linnemann. "Nina Warken hat die ersten großen richtigen Reformschritte eingeleitet. Und daran werde ich anknüpfen und weitermachen. Das Gesundheitsministerium ist zu einem der zentralen Reformressorts der Regierung geworden. Das war auch der Grund, warum mich der Bundeskanzler gebeten hat, das Ressort zu übernehmen."

Linnemann kündigte an, im neuen Amt die Zahl der Krankenkassen reduzieren zu wollen und die Beiträge zu stabilisieren: "Für die Reduzierung der Zahl der Krankenkassen setze ich mich ja seit Langem ein", sagte er. "Und dass die Sozialbeiträge stabilisiert, ja eigentlich sinken müssten, steht außer Frage. Aber es wird nicht einfach werden. Da mache ich mir nichts vor."

Linnemann soll das Amt von der bisherigen Gesundheitsministerin Nina Warken übernehmen, die Kanzleramtsministerin werden soll. Die Kabinettsumbildung ist Folge des Rücktritts von Unionsfraktionschef Jens Spahn, dem der bisherige Kanzleramtsminister Thorsten Frei nachfolgt.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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