Politik

Panne beim Flug zum G20-Gipfel Luftwaffen-Airbus fliegt der Kanzlerin hinterher

Der G20-Gipfel in Buenos Aires muss vorerst ohne die Kanzlerin auskommen. Merkel trifft dort erst am Abend per Linienflieger ein. Tickets für den Heimflug braucht sie wohl nicht. Die Bundeswehr schickt eine baugleiche Ersatzmaschine nach Argentinien.

Die Flugzeugpanne bei der Anreise von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum G20-Gipfel in Buenos Aires war nach Angaben der Luftwaffe ungefährlich. Es habe kein Gefahrenpotenzial gegeben, sagte der Leiter der Flugbereitschaft, Oberst Guido Henrich. Die Situation sei "zu keinem Zeitpunkt" außer Kontrolle geraten.

Der Systemausfall im Kommunikationssystem des Airbus A340-300 "Konrad Adenauer" lässt sich ersten Erkenntnissen zufolge auf einen Defekt in einer elektronischen Verteilerbox zurückführen. Das fragliche Bauteil sei nach Darstellung Henrichs "sehr tief" in der Cockpitelektronik verbaut und dort unter anderem für die Notstromversorgung zuständig.

Dadurch fiel unter anderem auch der Funkverkehr aus, wie Henrich erläuterte. Das betroffene Bauteil sei zwar wie alle wichtigen Systeme im Flugzeugbau redundant ausgelegt. In diesem Fall aber sei der Wechsel auf die Ersatzschaltkreise fehlgeschlagen. Dadurch seien weitere Systeme in der Cockpitelektronik ausgefallen, darunter auch die Treibstoffanzeige.

Der Kontakt zur Flugsicherung per regulärem Sprechfunk blieb unterbrochen. "Wir hatten jedoch das Glück, dass die Maschine mit einem Satellitentelefon ausgestattet war", fasste Henrich die Lage im Cockpit zusammen. Dadurch konnten die Piloten die außerplanmäßige Landung am nächstgelegenen Großflughafen organisieren. "In diesem Fall war das Köln-Bonn."

Dort befindet sich auch der Hauptstandort der Flugbereitschaft. In Köln-Bonn stand zwar eine für Langstreckenflüge geeignete Ersatzmaschine bereit. Bei dem Ersatzflieger handelte es sich um einen baugleichen Airbus namens "Theodor Heuss". Die Maschine hatte sich jedoch bereits wie üblich zum Start des Kanzlerflugs in Berlin bereitgehalten. Da zunächst alles nach Plan verlief, war der Reserveflieger am Abend nach Köln-Bonn zurückgekehrt. Nach der Landung in Köln-Bonn hatte die vorgesehene Besatzung damit bereits mehrere Stunden Flugeinsatz hinter sich. Eine weitere Reserve-Crew stand nicht zur Verfügung.

"Maschine ist voll funktionstüchtig"

Ein kurzfristig angesetzter Ersatzflug nach Argentinien war so nicht mehr möglich: Die Besatzung hätte im Fall eines auf rund 15 Stunden angesetzten Transatlantikflugs die maximal mögliche Einsatzdauer überschritten. Die "Konrad Adenauer" wurde am Morgen von Technikern der Flugbereitschaft überprüft. Das betroffene Bauteil wurde ausgetauscht. "Die Maschine ist voll funktionstüchtig", betonte Henrich.

Nach dem Austausch der Verteilerbox sei der Fehler nicht mehr aufgetreten. "Bei uns ist es der erste Ausfall dieses Bauteils gewesen", betonte Henrich. Die Untersuchungen seien mit dem erfolgreichen Austausch des Geräts vorerst abgeschlossen. Für die weitere Analyse des Vorfalls stehe die Bundeswehr in Kontakt mit dem Hersteller Airbus. Auch Techniker der Lufthansa, die über umfangreiche Erfahrungen mit Maschinen dieses Typs verfügt, seien konsultiert worden.

Für den Heimflug der Kanzlerin soll dennoch die "Theodor Heuss" zum Einsatz kommen. Nachdem Merkel ihre zwangsweise unterbrochene Anreise zum G20-Gipfel in Buenos Aires mit einem Linienflugzeug fortsetzen konnte, will die Luftwaffe die Bundeskanzlerin mit ihrer zweiten A340 abholen. Die "Theodor Heuss" soll dazu im Lauf des Tages vom Flughafen Köln-Bonn aus in Richtung Buenos Aires starten.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

Mehr zum Thema