Politik

Karriere bei der Waffen-SSLuisa Neubauer spricht über Nazi-Uropa - um vor neuen Faschisten zu warnen

29.08.2026, 18:50 Uhr
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Klimaaktivistin Luisa Neubauer arbeitet ihre eigene Familiengeschichte auf. (Foto: picture alliance/dpa)

Dass ihr Urgroßvater unter Hitler bei der SS war, ist der Aktivistin Luisa Neubauer schon länger bekannt. Nun teilt sie neue Details über dessen Leben und spricht offen über die schmerzhafte Familiengeschichte. Der Zeitpunkt kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ist dabei kein Zufall.

Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer gewährt auf Instagram einen detaillierten Einblick in die Nazi-Vergangenheit ihrer eigenen Familie und ruft ihre Follower dazu auf, sich gegen den "neuen Faschismus" zu wehren. "Jetzt ist keine Zeit für Gleichgültigkeit", sagt Neubauer in dem Video, das innerhalb eines Tages mehr als 123.000 Nutzer geliket haben. Sie appelliert an die Nutzerinnen und Nutzer, nicht stumm zuzusehen, "wenn Rechtsextreme historische Wahlsiege vorbereiten".

Die Aktivistin beginnt das Video mit der Enthüllung, dass der Name ihres eigenen Urgroßvaters in dem Suchtool der "Zeit" für SA- und SS-Akten in mehr als 200 Dokumenten auftaucht. Sie habe sich jeden einzelnen Eintrag angeschaut, sagt Neubauer, und erzählt dann vom steilen Aufstieg ihres Vorfahren bei der Waffen-SS - vom ausgebildeten Kaufmann zum Oberleutnant, zum Hauptscharführer, zum Sturmbannführer, zum Obersturmbannführer und schließlich zum Standartenführer. "Das ist einer der höchsten Offiziersränge."

Anschließend gibt die Aktivistin Einblick in einzelne Dokumente, um schließlich davon zu erzählen, wie schmerzhaft es für ihre Oma war, erst Jahrzehnte nach dem Kennenlernen mit dem Vater ihres Ehemanns von dessen Nazi-Vergangenheit zu erfahren. Vor allem, weil "ihr eigener Vater unter den Millionen Menschen war, die in Konzentrationslagern ermordet wurden".

Ihre Großmutter sei heute 93 Jahre alt und frage sich jeden Tag, was sie ihrem Vater schuldig ist, sagt Neubauer. Seit Jahrzehnten engagiere diese sich für Aufarbeitung und Reparation, für Frieden, Demokratie, Nachhaltigkeit. "Und ich höre ihr zu, wie sie jetzt, am Ende von ihrem Leben, auf die Umfragewerte verweist" - dabei sind im Video die Umfragen für die kommende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu sehen. Sie höre ihrer Großmutter zu und frage sich, "was es heißt, aus der Geschichte zu lernen".

Die Rechtsextremen von heute seien nicht die NSDAP von früher. Genau das mache es so leicht zu unterschätzen, "welche Zerstörungskraft in diesem neuen Faschismus lauert". Es komme auf Millionen ganz normale Menschen an, die in dieser Zeit eine Entscheidung fällen und überlegen, was der eigene Beitrag gegen den Faschismus ist, so Neubauer.

In Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September liegt die AfD deutlich vor der CDU. Der dortige Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Quelle: ntv.de, dsc

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