Politik

Bei Ryanair-Landung festgenommen Lukaschenko-Kritikerin bittet in Haft um Gnade

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Sofia Sapega war zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

(Foto: via REUTERS)

Im Mai 2021 wird Sofia Sapega in einer aufsehenerregenden Aktion in Minsk festgenommen. Die Russin ist eine Kritikerin des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko. Nun bittet Sapega um Gnade und gesteht "Dummheit" ein. Die Bedingungen, unter denen die Abbitte zustande kommt, sind zweifelhaft.

In Belarus hat eine prominente Regierungskritikerin Machthaber Alexander Lukaschenko nach einem Jahr Haft um Begnadigung gebeten. Die gebürtige Russin Sofia Sapega war im Mai vergangenen Jahres bei der erzwungenen Landung einer europäischen Passagiermaschine in Minsk festgenommen worden.

In dem Gnadengesuch schrieb sie nach einem Bericht des russischsprachigen Dienstes der BBC, ihre oppositionelle Tätigkeit sei "Jugend und Dummheit" geschuldet gewesen. Inzwischen habe sie "Rechtswidrigkeit und Illegitimität vollständig eingesehen". Unklar blieb, unter welchen Bedingungen das Schreiben in der Haft zustande kam. Sapega war im Mai von der Justiz des autoritär regierten Landes zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie im Messengerdienst Telegram einen oppositionellen Kanal betrieb.

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Ihre Festnahme - zusammen mit ihrem damaligen Lebensgefährten Roman Protassewitsch - hatte international Aufsehen erregt. Die beiden waren in einer Maschine der Fluggesellschaft Ryanair zu einem innereuropäischen Flug unterwegs, die über belarussischem Gebiet zur Landung genötigt wurde. Die EU verhängte deshalb eine Luftraumsperre gegen Belarus.

Aus der Haft hatte zuvor schon Protassewitsch, ehemaliger Chefredakteur des oppositionellen Nachrichtenkanals Nexta, seine Kritik an Dauer-Machthaber Lukaschenko widerrufen und sich entschuldigt. Beobachter führen den vermeintlichen Sinneswandel auf massiven Druck der Behörden zurück. Lukaschenko hatte sich im Sommer 2020 zum sechsten Mal zum Präsidenten wählen lassen, was zu landesweiten Protesten führte. Die Wahl wird wegen mutmaßlicher Manipulationen international nicht anerkannt.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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