Politik

Paris blickt auf Parlamentswahl Putin wünscht Macron "gute Gesundheit"

284014948.jpg

Fünf weitere Jahre im Amt: Frankreichs Präsident Macron bei seiner Siegesrede.

(Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

Der französische Präsident sammelt nach seinem Wahlsieg internationale Grußbotschaften. Auch Kremlchef Putin wünscht Macron Erfolg und "gute Gesundheit". Die unterlegenen Rechten schmieden wohl keine Allianz für die Parlamentswahlen im Juni.

Am Tag nach der Wiederwahl des französischen Präsidenten Emmanuel Macron haben sich die Augen bereits auf die Parlamentswahlen im Juni gerichtet. Macron werde persönlich über die Kandidaten für Wahlen am 12. und 19. Juni entscheiden, berichtete der Sender Franceinfo. Wahlplakate und Broschüren seien bereits vorbereitet. Vor der Wahl solle es ein Treffen aller von Macrons Partei unterstützten Kandidaten in Paris geben, hieß es.

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire kündigte unterdessen eine Anpassung der Sprit-Subventionen an. "Wir werden eine Unterstützung bei den Treibstoffpreisen beibehalten, da die Preise immer noch sehr hoch sind", sagte Le Maire. Die Beihilfe solle aber "effizienter" sein und in erster Linie denen zugutekommen, die auf ihr Auto angewiesen sind und geringere Einkommen haben. Das Thema Kaufkraft war im Wahlkampf vor allem von Marine Le Pen besetzt worden, die bei der Wahl zwar unterlag, aber so gut abschnitt wie noch nie.

Im Rechtsaußen-Lager sieht es trotz des kämpferischen Auftretens der unterlegenen Kandidatin Le Pen derzeit nicht nach einer Allianz zwischen den beiden Flügeln aus. Der rechtsextreme Ex-Kandidat Eric Zemmour hatte am Vorabend zu einem Wahlbündnis aufgerufen, aber süffisant darauf hingewiesen, "dass der Name Le Pen sich zum achten Mal mit einer Niederlage verbindet". Louis Aliot, Vizechef von Le Pens Partei Rassemblement National, empfahl ihm daraufhin, "von seinem hohen Ross runter zu steigen". "Ich sehe nicht, wie es ein Bündnis mit Zemmours Partei Reconquête geben könnte", betonte er. Aus dem Umfeld von Le Pen ist zu hören, dass diese nicht wieder die Parteiführung übernehmen wolle, die sie zu Beginn des Wahlkampfs an Jordan Bardella abgegeben hatte.

Putin schickt Telegramm

Macron nahm unterdessen Glückwünsche aus aller Welt entgegen, angefangen bei Bundeskanzler Olaf Scholz, der ihn als erster ausländischer Regierungschef am Sonntagabend angerufen hatte. US-Präsident Joe Biden erklärte auf Twitter, er freue sich darauf, die "enge Zusammenarbeit fortzusetzen - insbesondere bei der Unterstützung der Ukraine, der Verteidigung der Demokratie und der Bekämpfung des Klimawandels". Auch die Präsidenten der Ukraine und Chinas, Wolodymyr Selenskyj und Xi Jinping gratulierten ihm zur Wahl.

Russlands Präsident Wladimir Putin gratulierte Macron ebenfalls. "Ich wünsche Ihnen aufrichtig Erfolg in Ihrer staatlichen Tätigkeit und eine gute Gesundheit", schrieb Putin in einem Telegramm an Macron, wie der Kreml mitteilte. Die Beziehungen zwischen Paris und Moskau sind wegen des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine äußerst angespannt. Macron hatte in den vergangenen Wochen mehrfach ergebnislos mit Putin telefoniert.

Eine Frau als Ministerpräsidentin?

In der nächsten Woche wird Macron seine neue Regierungsmannschaft zusammenstellen. Im Gespräch ist die ehemalige Arbeitsministerin Elisabeth Borne als Ministerpräsidentin, sie wäre die zweite Frau überhaupt auf diesem Posten. Die erste Auslandsreise des französischen Präsidenten führt traditionell nach Berlin, es ist aber noch kein Termin bekannt.

Macron hatte sich in der Stichwahl mit 58,5 Prozent gegen die Rechtspopulistin Le Pen durchgesetzt. Es ist das erste Mal seit 2002, dass ein französischer Präsident im Amt bestätigt wurde. Der Abstand zu Le Pen fiel geringer aus als 2017 und 2002, als Le Pens Vater Jean-Marie überraschend in die Stichwahl gegen Jacques Chirac gekommen war. Die Wahlenthaltung lag bei rund 28 Prozent, ein Höchststand seit 1969.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 25. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mau/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen