Politik

Strafe für das Brexit-Chaos Mays Tories verlieren klar bei Kommunalwahl

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Theresa May kam mit ihrem Mann Philip ins Wahllokal.

(Foto: picture alliance / Stefan Rousse)

Bei den britischen Kommunalwahlen müssen die Tories um Premierministerin May eine herbe Niederlage einstecken. Aber auch die Labour-Partei holt weniger Sitze als üblich. Von der Wahlschlappe der Volksparteien profitieren dafür die Grünen.

Die beiden größten Parteien Großbritanniens haben nach Auszählung der Kommunalwahl-Ergebnisse von knapp einem Drittel der 248 Bezirke Verluste eingefahren. Vor allem die regierenden Tories von Premierministerin Theresa May mussten starke Einbußen hinnehmen, wie britische Medien berichten. Auch die oppositionelle Labour-Partei verlor Sitze, wenn auch in geringerem Ausmaß. Von den Stimmenverlusten profitierten vor allem die Liberaldemokraten, die Grünen und unabhängige Kandidaten.

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Nach der bisherigen Auszählung verlor die Konservative Partei 212 Sitze und Labour 54, wie die BBC meldet. Die Liberaldemokraten gewannen hingegen 145 Ratsmitglieder hinzu. Die endgültigen Ergebnisse werden im Tagesverlauf bekannt gegeben.

Insgesamt ging es bei den Wahlen in großen Teilen Englands und Nordirlands um über 8000 Sitze lokaler Gremien. Gewählt wurde in 248 englischen Bezirken. In einigen davon ging es darum, alle Sitze neu zu vergeben, in anderen stand nur ein Teil zur Wahl. In Nordirland wurden die Gremien in allen elf Bezirken des Landesteils komplett neu besetzt. In sechs mittelgroßen und kleineren Städten sollten zudem neue Bürgermeister bestimmt werden.

Zuvor schon war über klare Verluste der Konservativen als Reaktion der Wähler auf die Brexit-Sackgasse spekuliert worden. "Liberaldemokraten legen zu, während die Wähler Tories und Labour bestrafen", schreibt etwa der "Guardian".

Das Vereinigte Königreich sollte eigentlich schon am 29. März die Europäische Union verlassen haben, doch kam im Parlament keine Mehrheit für einen Austrittsvertrag zustande. Voraussichtlich werden die Briten deshalb Ende Mai noch einmal Abgeordnete im Europa-Parlament wählen. Derzeit ist unklar, wann es zum Brexit kommt und ob überhaupt. Die Austrittsfrist ist der 31. Oktober.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa/rts

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