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Gegen frühen Führungswechsel Mehrheit will Merkel bis 2021 als Kanzlerin

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Noch genießt den Rückhalt der Bevölkerung: Kanzlerin Merkel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit einem Jahr führt Angela Merkel die Große Koalition. Über ein vorzeitiges Ende ihrer Amtszeit wird derzeit munter spekuliert. Doch die meisten Deutschen sind laut einer Umfrage gegen einen vorzeitigen Wechsel an der Spitze der Bundesregierung.

Die Mehrheit der Deutschen will Bundeskanzlerin Angela Merkel weiterhin im Amt sehen: 59 Prozent der Befragten gaben im ARD-"Deutschlandtrend" an, dass die Kanzlerin bis zur nächsten Bundestagswahl in zweieinhalb Jahren im Amt bleiben solle. Das sind zwei Punkte mehr als noch im Dezember.

37 Prozent der Befragten (minus zwei) sind der Ansicht, Merkel sollte vorzeitig für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin Platz machen. Zuletzt hatte es eine Diskussion darüber gegeben, dass Merkel vor dem Ende der Legislaturperiode ihr Amt an die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer übergeben könnte.

Die Zufriedenheit mit der Regierungsarbeit von Merkel ist nach wie vor genauso hoch wie zum Start der Großen Koalition. Aktuell sind 52 Prozent der Umfrageteilnehmer mit der Arbeit der Kanzlerin sehr zufrieden oder zufrieden. Im März 2018 - nach dem Abschluss des Koalitionsvertrages - kam Merkel auf den gleichen Wert. Während des Jahres schwankte er in der Bandbreite von 44 Prozent bis 57 Prozent.

CDU wird Stärke zugesprochen

Die Große Koalition ist seit einem Jahr im Amt. Die Zufriedenheit mit ihrer Arbeit bewegt sich aber immer noch auf niedrigem Niveau. 70 Prozent stimmen aktuell der Aussage zu, dass die Koalitionsparteien zerstritten seien und keinen gemeinsamen Kurs verfolgten. Zudem sind nur 28 Prozent der Ansicht, dass die Koalition nach Startschwierigkeiten einen guten Arbeitsmodus gefunden hat.

Die CDU kann aus Sicht der Deutschen in der aktuellen Bundesregierung am stärksten punkten – zumindest, wenn es um die Durchsetzung ihrer politischen Inhalte geht. 48 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die CDU sich in der Großen Koalition bisher am stärksten durchgesetzt hat. 16 Prozent sehen hier die SPD, 14 Prozent die CSU.

Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen im Februar 2018 sah das allerdings noch ganz anders aus. Damals gaben noch 31 Prozent der Befragten an, dass sich die SPD mit ihren politischen Inhalten am stärksten behauptet hatte. Nur 29 Prozent nahmen die CDU und 10 Prozent die CSU als dominanter wahr.

Für den ARD-"Deutschlandtrend" befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag der "Tagesthemen" 1008 Bürger. Der statistische Fehler liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Quelle: n-tv.de, hny/AFP

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