Politik

Besuch bei Hollande Merkel: Werden auf Bitte schnell reagieren

996c8c434ff48c6732dfff87d6b07568.jpg

Staatspräsident Hollande (r.) und Kanzlerin Merkel: Entlastung in Mali vereinbart.

(Foto: REUTERS)

Eineinhalb Wochen nach den verheerenden Anschlägen in Paris besucht Bundeskanzlerin Merkel den französischen Staatschef. Dieser ringt weiter um eine weltweite Allianz gegen den IS. Doch Merkel lässt sich nicht drängen.

Frankreich erwartet von Deutschland mehr Unterstützung im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Er wünsche sich, dass Deutschland sich noch mehr engagieren könne, sagte Präsident François Hollande vor einem Arbeitsessen mit Kanzlerin Angela Merkel in Paris. "Falls Deutschland weitergehen könnte, wäre das ein sehr gutes Signal." Er sei gespannt, was Merkel dazu im anschließenden Gespräche sagen werde. Die CDU-Chefin hielt sich jedoch zunächst bedeckt. Wenn Frankreich darum bitte, mehr Verantwortung zu übernehmen, "dann ist das für uns Aufgabe, darüber nachzudenken. Und wir werden hierauf sehr schnell reagieren", sagte sie lediglich. Allerdings sagte sie auch, dass der IS mit militärischen Mitteln bekämpft werden müsse.

Konkrete Forderungen stellte Hollande vor der Presse nicht. Zuletzt war über einen möglichen Einsatz von deutschen Tornado-Aufklärungsflugzeugen spekuliert worden, etwa von CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen. "Wir müssen die politische und militärische Bekämpfung des IS zu unserer Priorität machen", forderte er in der Ulmer "Südwest-Presse".

Merkel: Terror mit aller Kraft bekämpfen

Hollande begrüßte die deutsche Bereitschaft, mehr Bundeswehrsoldaten ins westafrikanische Mali zu schicken, um damit die französischen Streitkräfte im Anti-Terror-Kampf zu entlasten. Die französische Luftwaffe fliegt seit über einem Jahr als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe auf IS-Stellungen im Irak, seit September nimmt sie auch Ziele in Syrien ins Visier.

Einmal mehr sprach Merkel Frankreich ihr Beileid aus. Deutschland wisse, "welchen Alptraum die Menschen in Paris" durchlebt hätten, und "wir teilen mit ihnen den Schmerz", sagte sie. Der Anschlag habe auch der Art zu leben und damit der Demokratie gegolten. Dadurch fühle sich auch Deutschland betroffen.

Man sei aufgefordert, alles zu tun, damit sich solches nicht wiederholt, sagte sie mit Blick auf die Anschläge. Der Terror "muss mit aller Kraft bekämpft werden". Deutschland wolle "mit aller Kraft an Frankreichs Seite stehen". Unerlässlich sei jedoch auch eine dauerhafte Lösung für Syrien. Dabei zeigte sie sich vorsichtig optimistisch angesichts der begonnenen Gespräche in Wien. Zugleich äußerte sie ihre Hoffnung, dass der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei nicht zu Rückschritten führen werde.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen