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"Rechtsstaat muss einschreiten" Merkel fordert Eingreifen gegen Rassismus

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Kanzlerin Merkel zeichnete mit dem Nationalen Integrationspreis Gal Rachmann (rechts) von IsraAid Germany aus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Muslime und Juden. Zudem werden sie oft mit Vorurteilen konfrontiert. Bei der Vergabe eines Integrationspreises ehrt die Kanzlerin eine arabisch-israelische Initiative, die als Vorbild für Integration dient.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein entschiedenes Einschreiten gegen antisemitische und antimuslimische Angriffe in Deutschland gefordert. "Wenn Kinder auf dem Schulhof als Juden beschimpft werden, muss die Schule sofort reagieren", sagte Merkel bei der Vergabe des zweiten Nationalen Integrationspreises in Berlin.

"Wenn Frauen mit Kopftuch oder Männer mit Kippa angepöbelt oder angegriffen werden, muss unser Rechtsstaat mit aller Konsequenz einschreiten", sagte die Kanzlerin. Sie kritisierte zudem, dass muslimische Flüchtlinge unter den Pauschalverdacht gestellt würden, antisemitisch zu sein.

Merkel lobte, dass Vorbilder für die Integration in Deutschland wichtig seien. "Deutschland wäre um vieles ärmer ohne seine Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund." Der Ton der Debatte über Integration in Deutschland sei aber gereizter geworden.

"Wegweisende Initiative"

Den mit 10.000 Euro dotierten Nationalen Integrationspreis bekam das interkulturelle Projekt "Brückenbau - Vielfalt begegnen!" der Hilfsorganisation IsraAID Germany und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. In dem Projekt geht es um die Integration und psychosoziale Versorgung von Geflüchteten. Psychologen, Sozialarbeiter und Kunsttherapeuten sind daran beteiligt.

Die Kanzlerin nannte das Projekt "eine geradezu wegweisende Initiative". Es wird in Einrichtungen in Berlin, Brandenburg und Frankfurt am Main betrieben. Mitarbeiter mit arabisch-israelischen, jüdisch-israelischen und deutschen Wurzeln helfen Geflüchteten in Einzel- und Gruppengesprächen bei der Bewältigung von Kriegstraumata.

Es geht zudem um Themen wie Frauenrechte. Flüchtlinge werden auch bei eigenen Hilfsprojekten etwa für Obdachlose oder in Altenheimen oder Krankenhäusern unterstützt. Aktuell nehmen nach Angaben der Bundesregierung mehr als 6000 Schutzsuchende teil.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa/rts

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