Politik

"Ich sage immer noch nein" Merkel genervt von Fragen nach EU-Posten

121566695.jpg

Wünscht sich mehr Respekt für getroffene Entscheidungen: Angela Merkel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie ist "ein bisschen traurig", sagt Kanzlerin Merkel angesichts der ständigen Fragen, ob sie nicht nach Brüssel wechseln wolle. Für die CDU-Politikerin ist klar: Nach dieser Legislaturperiode zieht sie sich zurück. Doch dieser Entschluss findet bei politischen Weggefährten kein Gehör.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat genug von ständigen Fragen, ob sie nicht doch einen Spitzenposten bei der EU anstrebe. "Ich sage immer noch nein", sagte Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel. Diese Frage sei ihr inzwischen sehr oft gestellt worden. Sie sei "ein bisschen traurig", dass ihre Worte, "die ich jetzt so oft gesagt habe, auch in der gleichen Weise, scheinbar auch überhaupt nicht respektiert werden. Und ich finde, das könnte man tun", sagte sie.

Merkel wird im In- und Ausland immer wieder für einen Spitzenjob in Brüssel ins Gespräch gebracht. Erst am Donnerstag hatte sich Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel für Merkel als Nachfolgerin von EU-Ratspräsident Donald Tusk ausgesprochen. "Angela Merkel ist die Beste für diese Aufgabe", schrieb er im "Handelsblatt". Vor dem Gipfel hatte der französische Präsident Emmanuel Macron gesagt, er würde Merkel als EU-Kommissionspräsidentin seine Stimme geben. "Wenn sie es machen wollte, würde ich sie unterstützen."

Macron und Merkel nehmen im EU-Postenpoker unterschiedliche Positionen ein. Macron ist der entschiedenste Gegner des von Merkel lange Zeit unterstützten Kandidaten Manfred Weber für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten. Merkel widersprach trotzdem dem Eindruck, dass ihr Verhältnis zu Macron in der bisher schwierigsten Phase sei.

"Wir respektieren uns, und ich kann ganz klar sagen, ich möchte keine Entscheidung gegen Frankreich treffen, und ich glaube, Frankreich möchte auch keine Entscheidung gegen Deutschland treffen. Insofern müssen wir uns zusammenraufen." Die 64-Jährige hat immer wieder klargemacht, sie wolle sich nach ihrer Amtszeit als Bundeskanzlerin aus der Politik zurückziehen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

Mehr zum Thema