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Schwesig an Krebs erkrankt Merkel wünscht Kraft - SPD zeigt Herz

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Ein "ganz starkes Signal" von der SPD an die schwer erkrankte Manuela Schwesig.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Nachricht trifft viele unerwartet: Manuela Schwesig hat Brustkrebs und muss einen Teil ihrer politischen Ämter ruhen lassen. Politiker aus allen Parteien reagieren betroffen und wünschen der Sozialdemokratin eine schnelle Genesung. Die SPD sendet ihrer Genossin eine besondere Botschaft.

Die Nachricht von Manuela Schwesigs Brustkrebs-Erkrankung hat unter politischen Weggefährten Bestürzung ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die wie Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern ihre politische Heimat hat, ließ über ihren Sprecher Steffen Seibert erklären: "Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit." Zwischen 2013 und 2017 saß Schwesig als Bundesfamilienministerin im Kabinett der Kanzlerin.

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Merkels Parteikollegin, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, schrieb auf Twitter: Die Nachricht der Erkrankung Schwesigs habe "uns alle aus dem politischen Alltag herausgerissen". Was jetzt zähle sei die schnelle und vollständige Genesung der Sozialdemokratin. "Liebe Manuela, ich wünsche Dir dazu ganz persönlich und im Namen der Mitglieder der CDU dazu alles Gute."

Auch Thüringens CDU-Landesvorsitzender Mike Mohring wandte sich via Twitter an Schwesig. "Von Herzen wünsche ich Ihnen Genesung und auf dem anstrengenden Weg dahin, Kraft und Zuversicht, ein Licht an dunklen Tagen und wenn ich das darf, Gottes reichen Segen", schrieb Mohring, der im vergangenen Jahr selbst an Krebs erkrankt war. Seine Akuttherapie ist inzwischen abgeschlossen.

Oppositionspolitiker wie Linken-Chef Bernd Riexinger wünschten Schwesig ebenfalls auf Twitter viel Kraft und eine schnelle Genesung. "Gesundheit ist das Wichtigste", twitterte FDP-Chef Christian Lindner. Auch die Grünen-Parteivorsitzende Annalena Baerbock drückte Schwesig ihr Mitgefühl aus: "Ich wünsche ganz viel Kraft und alles erdenklich Gute!" Dem schloss sich die Fraktionschefin der AfD im Bundestag, Alice Weidel, an: "Ich wünsche Manuela Schwesig und ihrer Familie viel Kraft und eine schnelle Genesung", schrieb sie.

SPD-Führungstrio schrumpft zusammen

Die Regionalkonferenz der SPD im rheinhessischen Nieder-Olm schickte unterdessen per Foto eine herzliche Botschaft an Schwesig. Auf Initiative der Co-Bundesvorsitzenden Malu Dreyer standen bei der Veranstaltung am Abend mehrere Hundert Teilnehmer auf und formten mit ihren Händen ein Herz. Das Foto sollte Dreyer zufolge an Schwesig geschickt werden. Sie wünsche sich, dass von Nieder-Olm ein "ganz starkes Signal" an Schwesig ausgehe, sagte Dreyer - "dass wir Manuela wirklich Kraft und Stärke schicken".

Die 45-jährige Schwesig gibt wegen ihrer Krebserkrankung ihre Funktion als Mitglied der kommissarischen SPD-Führung ab. In Mecklenburg-Vorpommern will sie aber Ministerpräsidentin und SPD-Landesvorsitzende bleiben. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer wird die SPD ab Oktober als alleinige Übergangsvorsitzende bis zur Wahl einer neuen Parteispitze führen. Bis Ende September steht sie gemeinsam mit Thorsten Schäfer-Gümbel als Duo an der Spitze.

Schäfer-Gümbel will dann aber wie geplant am 1. Oktober aus der Politik ausscheiden und zur Gesellschaft für Internationalen Zusammenarbeit (GIZ) wechseln. "Die Parteiführung wird nicht erschüttert", sagte Dreyer in Berlin. Schäfer-Gümbel werde sie nach seinem Wechsel "ehrenamtlich" unterstützen. "Eine offizielle formale Parteiführung gibt es dann über mich", sagte Dreyer.

Schäfer-Gümbel wies darauf hin, dass Anfang Dezember auf dem Bundesparteitag die neue SPD-Führung gewählt werde. Die kommissarische Parteiführung habe "die nötigen Fundamente gelegt", damit die Partei bis dahin stabil bleibe. Für Schwesigs Entscheidung, sich nach ihrer Krebsdiagnose aus der Bundesspitze zurückzuziehen, äußerten Schäfer-Gümbel und Dreyer Verständnis.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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