Politik

Prominenter Widerstand in Ukraine Milliardär will Separatisten verjagen

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Die Hoffnungen vieler Ukrainer ruhen auf Rinat Leonidowytsch Achmetow.

(Foto: dpa)

"Hier herrschen Banditen und Marodeure. Lass uns damit Schluss machen", sagt der einflussreiche ukrainische Milliardär Achmetow und ruft zum Streik in seinem Land auf. Die Bundesregierung sucht derweil das Gespräch mit Kreml-Chef Putin.

In einer aufsehenerregenden Videobotschaft hat der reichste Ukrainer, Rinat Achmetow, zum Widerstand gegen die prorussischen Separatisten aufgerufen. "In den Städten herrschen Banditen und Marodeure. Die Menschen sind es leid, in Angst zu leben", sagte der Oligarch in dem Clip. "Das ist ein Kampf gegen die Einwohner unserer Region. Das ist ein Kampf gegen den Donbass. Das ist ein Völkermord am Donbass." Achmetow gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im russisch geprägten Osten der Ex-Sowjetrepublik. Er rief zu einem Warnstreik in dem Gebiet auf.

Merkel will sich mit Putin treffen

Zudem bemüht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel um eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland und ist auch zu einem persönlichen Treffen mit Staatschef Wladimir Putin bereit. Sie sage Putin regelmäßig, welch große Verantwortung Russland dafür habe, ob sich die Lage in der Ukraine wieder beruhige, sagte Merkel der "Leipziger Volkszeitung". Es seien "die Erfordernisse der aktuellen Situation, die entscheiden, wann unser nächstes Gespräch ansteht, sei es telefonisch oder persönlich".

Entscheidende Bedeutung maß die Kanzlerin dem Umgang Moskaus mit der Präsidentschaftswahl in der Ukraine und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit für Europa (OSZE) bei. "Wenn die OSZE diese Wahl nach ihren Grundsätzen anerkennt, dann erwarte ich, dass auch das OSZE-Mitglied Russland das Ergebnis respektiert", sagte sie.

Russland zweifelt an Erfolg der Wahl

Die für Sonntag geplante Wahl in der Ukraine soll von etwa tausend OSZE-Beobachtern verfolgt werden. Ob die Wahl angesichts der Lage im Osten des Landes wie geplant stattfinden kann, ist allerdings offen. Vor allem in den von prorussischen Separatisten kontrollierten Regionen Donezk und Lugansk ist die Abstimmung nach Angaben der Wahlkommission in Gefahr. Russland meldete Bedenken an, den Urnengang inmitten des Konflikts abzuhalten.

Truppenabzug soll beginnen

Derweil wies Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu die Soldaten entlang der Grenze zur Ukraine an, in ihre Kasernen zurückzukehren. Damit setze er einen entsprechenden Befehl von Präsident Wladimir Putin vom Vortag um, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax. Die Nato hatte nach Bekanntgabe von Putins Befehl erklärt, es gebe keine Anzeichen für einen Abzug.

Konkret wurden laut Interfax die Soldaten, die an Manövern in Rostow, Belgorod und Brjansk teilgenommen hätten, angewiesen, in ihre Stützpunkte zurückzukehren. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums lehnte eine Stellungnahme zu dem Interfax-Bericht ab.

Putin hatte schon mehrfach mitgeteilt, ein Teil dieser Streitkräfte sei zurückgezogen worden. Die Nato und die USA hatten aber auch immer erklärt, sie könnten keine Truppenreduzierung feststellen.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa/AFP

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