Höhere Energiepreise drohenMinisterin Reiche erwartet trotz Nahost-Konflikt keine Gasknappheit

Nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran sorgt die Lage an der Straße von Hormus für Unruhe. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet zwar mit höheren Energiepreisen, aber nicht mit Engpässen.
Trotz der angespannten Lage im Nahen Osten erwartet die Bundesregierung keine Gasknappheit in Deutschland. "Was wir beobachten werden, ist die Preisentwicklung, aber tatsächlich keine Knappheiten", sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Zwar sei mit steigenden Energiepreisen zu rechnen, Versorgungsengpässe gebe es jedoch nicht.
Deutschland erhalte aus der Region "keine signifikanten Mengen an LNG", betonte Reiche. Rund 90 Prozent der Gasversorgung bestünden aus Pipeline-Gas, etwa aus Norwegen, Belgien oder den Niederlanden, lediglich rund zehn Prozent aus Flüssiggas. Dieses stamme "zu überwiegendem Teil aus den USA, aber auch aus anderen Ländern wie Kanada oder Angola".
Auch bei Öl sieht die Ministerin Deutschland breit aufgestellt. Die größten Lieferanten seien Kasachstan, Norwegen und die USA, deren Anteil zuletzt gestiegen sei. "Wir haben also unsere Ölquellen diversifiziert", betonte Reiche. Es könne zwar zu Preissteigerungen kommen, "da jetzt zu spekulieren, wäre allerdings zu früh". Wie stark sich die Lage auf die Preise auswirke, hänge von der Dauer des Konflikts ab.