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Ablösung von Tornado-Jets Ministerium prüft Kauf von F-18-Kampfjet

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Die Bundeswehr muss sich zwischen mehreren Kampfjet-Modellen entscheiden.

(Foto: REUTERS)

Die Luftwaffe muss ihre alten Tornados in den kommenden Jahren ausmustern. Doch welche Kampfjets sollen die Nachfolge antreten? Offenbar sind nun zwei Modelle von Boeing und Airbus in der engeren Auswahl.

Die Bundeswehr hat sich zur Ablösung ihrer alternden Tornado-Jets wohl gegen die Beschaffung des US-Tarnkappenbombers F-35 von Lockheed Martin entschieden. Stattdessen werde nur noch geprüft, ob F/A-18-Jets von Boeing oder Eurofighter von Airbus gekauft werden sollten, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit.

Beide Hersteller müssten nun Informationen zu Betrieb, Wirtschaftlichkeit und zeitlichen Möglichkeiten geben. "Wir wollen die Rolle und die Fähigkeiten des Tornados erhalten", hieß es. Den Tornado setzt Deutschland auch zur sogenannten nuklearen Teilhabe ein, ein Abschreckungskonzept der Nato, bei dem Verbündete Zugriff auf Atomwaffen der USA haben können.

Dazu muss die Nachfolgemaschine von den USA zertifiziert werden. Die F-18 hatte eine solche Zulassung bereits in einer früheren Baureihe. Deutschland verfügt derzeit über insgesamt 228 Kampfflugzeuge, darunter 143 "Eurofighter". Diese sind bereits im Einsatz für Aufgaben wie Luftverteidigung und Luftangriff und sollen in den nächsten Jahren teilweise durch neue Eurofighter-Modelle ersetzt werden.

Ab 2040 will Deutschland zusammen mit Frankreich ein europäisches Kampfflugzeug verfügbar haben. Der 1984 eingeführte Tornado hat in einer Stückzahl von insgesamt 85 Modellen zudem Funktionen wie Aufklärung und elektronischer Kampf. Großbritannien wird das Flugzeug noch in diesem Jahr einmotten, Italien im Jahr 2023.

Politisch brisante Entscheidung

Die Sonderrolle bei der nuklearen Teilhabe macht die Entscheidung über die Nachfolge aber politisch brisant und was die Zulassung betrifft, anspruchsvoll: Nach offiziell unbestätigten Berichten lagern in Büchel in der Eifel 20 Atombomben, die mit dem Tornado eingesetzt werden können. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte im Wahlkampf den Abzug dieser Bomben gefordert. Parteiposition ist das aber nicht. Aus der Luftwaffe war zuletzt deutlich geworden, dass man dem F/A-18 als Tornado-Nachfolger zugeneigt ist.

Airbus als Hersteller des Eurofighters hat dagegen betont, alle technischen Anforderungen bis hin zur Zertifizierung für die Teilhabe erbringen zu können. "Das wäre ein Zeichen hin zu einer Entscheidung für ein souveränes Europa und in der Gesamtbetrachtung auch im Blick auf Arbeitsplätze und Technologieerhalt die beste und logische Lösung für Deutschland", sagte Airbus-Sprecher Florian Taitsch.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa/rts

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