Politik

Deutschlands neuer Atombomber? "Die F-35 kann jeden Kampfjet ersetzen"

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Für den Gegner auf dem Radarschirm nur schwer zu erkennen: Die F-35 gilt als das derzeit modernste Kampfflugzeug der Welt.

(Foto: © U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Siuta B. Ika)

Die Bundeswehr braucht dringend Ersatz für ihre alternde Flotte an Tornado-Kampfjets. In weniger als sieben Jahren muss ein geeigneter Nachfolger zur Verfügung stehen, um fest zugesagte Aufträge im Rahmen der Nato-Verpflichtungen übernehmen zu können. Vier Maschinen sind in der engeren Auswahl. Als Favorit gilt der Eurofighter. Doch neben dem Airbus-Rivalen Boeing bewirbt sich auch der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin um den milliardenschweren Großauftrag aus Deutschland. Im Gespräch mit n-tv.de erklärt der frühere Air-Force-General Gary L. North, warum die Bundeswehr seiner Ansicht nach das derzeit modernste Militärflugzeug der Welt anschaffen sollte. (Was der Hersteller des Eurofighter dazu sagt, können Sie hier nachlesen.)

n-tv.de: Als ausgebildeter Kampfpilot sind Sie vor Ihrer Zeit bei Lockheed verschiedene Flugzeugtypen selbst geflogen, darunter auch das Jagdflugzeug F-16, mit dem Sie zum Beispiel am Golfkrieg teilnahmen. Was meinen Sie: Was kann die F-35, was andere Maschinen nicht können?

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Gary L. North: Als "Vice President Customer Requirements" kümmert sich der pensionierte Vier-Sterne-General der US-Luftwaffe bei Lockheed Martin Aeronautics um die Anforderungen der Kunden.

(Foto: © Lockheed Martin)

Gary L. North: Die F-35 ist mehr als nur ein Jagdflugzeug: Es ist die fortschrittlichste fliegende Kampfplattform der Welt. Die F-35 bringt Fähigkeiten mit, die kein anderes derzeit verfügbares Flugzeug bieten kann. Die Maschine basiert auf mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Stealth-Technologie. Die Entwicklung reicht zurück bis zum strategischen Aufklärer SR-71 "Blackbird" der 1970er-Jahre und führt über den Tarnkappenbomber F-117 "Nighthawk" und den Jäger F-22 "Raptor" bis zur F-35 "Lightning II". Die F-35 ist ein Kampfjet der fünften Generation, der die Fähigkeiten eines Tarnkappenbombers mit digitaler Sensortechnik und der Agilität eines Jägers verbindet. Kein anderer Kampfjet der Welt - außer der F-22 - verfügt über Stealth-Fähigkeiten, die mit denen der F-35 vergleichbar wären.

Stealth bringt nicht nur Vorteile mit sich. Um die Radarsignatur zu verringern, also ein Flugzeug auf gegnerischen Radarbildschirmen nahezu unsichtbar zu machen, müssen Konstrukteure Kompromisse in Kauf nehmen, etwa bei den Flugeigenschaften. Warum ist die Tarnkappen-Technik aus Ihrer Sicht so wichtig?

Die Idee beruht auf einer Grundvoraussetzung für den Einsatz im Kampf: die Fähigkeit, zu überleben. Die Stealth-Komponente versetzt den Piloten einer F-35 in die Lage, sich auch im umkämpften Luftraum frei zu bewegen. Die F-35 kann in Regionen vordringen, die keiner anderen fliegenden Plattform offenstehen. Die Maschine unterstützt dabei den Piloten, den Überblick zu behalten: Sämtliche Informationen, die über die Sensoren der F-35 im Cockpit eingehen, werden laufend aufbereitet und für den Piloten zu einem umfassenden Lagebild zusammengesetzt. Wir nennen das Sensor Fusion. Der Pilot weiß dadurch jederzeit, wo er sich mit seiner Maschine befindet und wo sich etwaige Bedrohungen befinden. Dank der Stealth-Technologie kann er nach eigenem Ermessen entscheiden, wohin er fliegen muss, um seinen Auftrag zu erfüllen.

Als Tornado-Nachfolger stehen in Deutschland neben dem Eurofighter auch zwei Modelle des US-Flugzeugbauers Boeing - die F-15E und die F/A-18 - zur Debatte. Die F-35A von Lockheed Martin gilt als schärfster Konkurrent des Eurofighters. Wie schneidet die F-35 im direkten Vergleich mit europäischen Kampfjets ab?

Was die F-35 mitbringt, was andere Flugzeuge nicht können, ist zum Beispiel die Fähigkeit, Zuladung in internen Waffenschächten unterzubringen. Das trägt zum verringerten Radarquerschnitt des Flugzeugs bei. Die F-35 kann sowohl Luft/Luft-Raketen als auch Bomben im Rumpf aufnehmen. Im Gegensatz zu anderen Kampfjets verfügt die F-35 zudem über große Aufnahmekapazitäten für Treibstoff. In die internen Tanks passen mehr als acht Tonnen. Damit kann die F-35 ohne Zusatztanks - und damit auch ohne Abstriche bei den Tarnkappeneigenschaften - Ausdauereinsätze oder Langstrecken-Missionen fliegen.

Sind externe Tankbehälter unter den Flügeln oder am Rumpf wirklich ein so großer Nachteil?

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Acht Partnerstaaten sind an der Entwicklung beteiligt: Die F-35 fliegt nicht nur für die USA, Großbritannien, Kanada, Italien, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, die Türkei und Australien, sondern auch für Japan, Südkorea und Israel.

(Foto: © U.S. Air Force photo / Airman 1st Class Connor J. Marth)

Ein Flugzeug, das seine Bewaffnung oder seine Zusatztanks an Außenstationen mit sich führen muss, vergrößert damit unweigerlich seinen Radarquerschnitt drastisch. Das verringert die Überlebensfähigkeit des Piloten - ganz einfach, weil die Maschine wesentlich schneller entdeckt und zum Ziel gegnerischer Abfangjäger oder feindlicher Luftabwehrsysteme wird. Mithilfe von Upgrades lassen sich Kampfjets der vierten Generation in einem begrenzten Rahmen verbessern, aber im Endeffekt bewegen sich derzeit alle weltweit verfügbaren Jets der vierten Generation auf demselben Niveau. Der technologische Entwicklungssprung zur fünften Generation wie der F-35 ist riesig, sowohl durch die Stealth-Technologie als auch bei der Verarbeitung der Sensordaten, bei der Integration interner Waffenschächte sowie bei den Fähigkeiten der F-35 aus dem Top-Secret-Bereich.

Was macht die F-35 aus Ihrer Sicht für die Rolle als Tornado-Nachfolger besonders geeignet?

Für Deutschland geht es offenkundig vor allem darum, eine Plattform zu ersetzen, die gute Arbeit geleistet hat, und das auf nationaler Ebene ebenso wie im Rahmen der deutschen Bündnisverpflichtungen. Die F-35 erfüllt alle Anforderungen, die in der Ausschreibung von deutscher Seite dargelegt wurden, um die Tornado-Nachfolge anzutreten - egal, ob es um die Luftüberlegenheit geht oder um die elektronische Überwachung oder Aufklärung oder um die Unterdrückung der gegnerischen Luftabwehr durch Störsignale. Die F-35 leistet Außergewöhnliches in jeder einzelnen dieser Kategorien. Das Flugzeug weist zudem eine hohe Einsatzverfügbarkeit auf. Und es bietet ein hohes Maß an Interoperabilität in der Zusammenarbeit mit Einheiten verbündeter Staaten.

Bei der Bundeswehr erfüllt der Tornado ja sehr unterschiedliche Aufgaben: als Jagdbomber, als möglicher Atombomber und als elektronischer Kampfaufklärer. Wie genau könnte die F-35 diese Rollen ausfüllen?

Die F-35 ist in allen geforderten Rollen extrem leistungsfähig - wie etwa von jenen Staaten belegt wird, die diese Maschine bereits fliegen. In der Jagdbomber-Rolle kommt die Stealth-Technologie der F-35 besonders zum Tragen. Doch auch auf dem Gebiet der elektronischen Kampfführung weist die F-35 dank ihrer Schlüsseleigenschaften eine enorme Leistungsfähigkeit auf. Die Tarnkappen-Technik schränkt ja vor allem die Möglichkeiten des Gegners ein, die F-35 zu sehen oder gar anzugreifen. Daraus ergibt sich für die Befehlshaber ein hohes Maß an Verlässlichkeit, dass die anstehende Mission tatsächlich erfolgreich abgeschlossen werden kann. In allen anderen Variablen wurde die Eignung der F-35 bereits nachgewiesen, unter anderem auch bei den sogenannten Red-Flag-Manövern. Das sind die umfangreichsten und anspruchsvollsten Luftkampf-Übungen weltweit. Die Erfolgsrate und der Wartungsaufwand der F-35 erwiesen sich dabei als herausragend. Wie Sie wissen, hat sich die F-35 zudem bereits bei den Israelis in Kampfeinsätzen bewährt. Ich gehe davon aus, dass die Maschine ihre Fähigkeiten bald auch in den Operationsgebieten der US-Streitkräfte unter Beweis stellen wird - egal, ob es dabei um die Luftüberlegenheit geht, um Luft-Boden-Angriffe, um die Luftnahunterstützung für Bodentruppen oder Einheiten auf See oder um die Unterdrückung feindlicher Luftabwehr.

"Nukleare Teilhabe"

Als wichtiger Baustein der deutschen Verteidigungspolitik ist die "nukleare Teilhabe" fester Bestandteil der Nato-Strategie zur atomaren Abschreckung. Staaten wie Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande und die Türkei halten dazu Piloten und geeignete Flugzeuge vor, die im Kriegsfall US-Atomwaffen einsetzen könnten.

Stichwort Bündnisanforderungen: Könnte eine deutsche F-35A im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe im Ernstfall auch US-Atombomben aufnehmen?

Die Antwort lautet: Ja. Das Flugzeug ist auch für Dual-Role-Missionen geeignet. Es ist kein Geheimnis, dass der Bedarf der deutschen Streitkräfte in diese Richtung geht. Wie Sie wissen, arbeiten wir mit dem  US-Militär daran, diese Fähigkeiten in das Flugzeug zu integrieren.

Im Moment ist die F-35 dazu also noch nicht in der Lage?

An der Dual-Role-Eignung wird gearbeitet. Wir sind da im Zeitplan. Die Fähigkeit, zwei atomare B61 Fallbomben intern zu befördern, wird wie vorgesehen 2024 zur Verfügung stehen – das ist ein Jahr vor der Außerdienststellung des Tornados, der diese Aufgabe in Deutschland aktuell übernimmt.

Die Entwicklung und Anschaffung der F-35 gilt schon jetzt als das bislang teuerste Rüstungsprogramm der USA. Wie sieht es denn bei den Kosten aus?

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Knapp 16 Meter lang, bis zu 32 Tonnen schwer und mit einer Spannweite von 10,7 Metern: Die F-35A erreicht laut Hersteller eine Geschwindigkeit von Mach 1,6 und hält eine Kurvenbelastung von bis zu 9 G aus.

(Foto: © U.S. Air Force photo / Tech. Sgt. Brandon Shapiro)

Die Kosten werden, offen gesagt, tatsächlich oft missverstanden. Der Kostenpunkt für das Flugzeug wird derzeit noch vor allem über die jährlich für die US-Regierung produzierte Stückzahl ermittelt. Im Zeitrahmen bis zum Jahr 2020, in dem sich die aktuelle Ausschreibung bewegt, zielen wir auf einen Stückpreis des Flugzeugs in der Version F-35A von 80 Millionen Dollar. In diesem Zusammenhang kommt häufig die Frage auf, ob die Befähigung jenseits der konventionellen Bewaffnung mit steigenden Kosten verbunden ist. Die Antwort lautet: Nein. Das wird in den Ausgaben für das Flugzeug enthalten sein. Wir sind überzeugt, dass wir mit der F-35 einen Kampfjet der fünften Generation zu einem Preis anbieten, der entweder auf demselben Niveau oder unter dem Niveau verfügbarer Modelle der vierten Generation liegt.

Für die Bundeswehr geht es um Ersatz für eine Flotte aus derzeit gut 80 Maschinen. Ein Großeinkauf in den USA könnte eine Summe von mehreren Milliarden Euro erreichen. Mit welchem Stückpreis müsste denn der Steuerzahler in Deutschland rechnen?

Zuweilen fürchten sich die Menschen ja vor den Angaben auf dem Preisschild oder sie haben keine Vorstellung davon, wie groß der Aufwand tatsächlich ist. Den Flyaway-Verkaufspreis, über den wir eben sprachen, wollen wir bis 2020 auf 80 Millionen Dollar je Flugzeug senken. Wichtig ist jedoch, die Kosten über den gesamten Lebenszyklus der Maschine zu betrachten. Wir streben an, die zertifizierte Einsatzspanne von derzeit 8000 auf 12.000 Einsatzstunden hochzuschrauben. Eine Flugzeugzelle könnte dann etwa 30 bis 40 Jahre - vielleicht sogar 50 Jahre - Flugbetrieb durchhalten - natürlich abhängig davon, wie die Maschine geflogen wird. Und wenn man eine Einsatzdauer von 30 bis 50 Jahren ansetzt und die Zahlen durchrechnet,  ist die F-35 sogar vergleichsweise günstig.

Deutschland und Frankreich arbeiten an Plänen für einen Kampfjet der Zukunft, genannt FCAS (Future Combat Aircraft System). Langfristig soll das Projekt den Eurofighter und die französische Rafale ablösen. Die Arbeit an einem solchen Konzept dürfte sich jedoch für die Europäer nur lohnen, wenn es zum geplanten Einführungszeitpunkt ab 2040 noch genügend Bedarf gibt, sprich: nur wenn Berlin und Paris nicht vorher schon andere Lösungen anschaffen. Was meinen Sie: Könnte die F-35 theoretisch auch die Rafale und den Eurofighter ersetzen?

Jeder Staat trifft seine Entscheidung auf Grundlage eigener Interessen. Die F-35 ist eine extrem leistungsfähige Plattform, die offen gesagt - rein vom technischen Standpunkt aus - die Aufgaben jedes anderen Kampfflugzeugs der Welt mit Leichtigkeit übernehmen kann. Mit den anstehenden technologischen Upgrades und weiter verbesserten Fähigkeiten wird das auch auf lange Sicht so bleiben. Regierungen, die darüber nachdenken, altbewährte Flugzeuge zu ersetzen, können sich mit den zuständigen US-Stellen zusammensetzen, um herauszufinden, welche Lösung die politischen Bedürfnisse am besten erfüllt. Länder, die sich für die F-35 entscheiden, kaufen ja nicht nur das derzeit mit Abstand beste Kampfflugzeug der Welt. Bestandteil einer solchen Entscheidung ist immer auch die Möglichkeit, die eigene Luftfahrtindustrie zu beteiligen.

Was heißt das konkret?

Ein Einstieg in das F-35-Programm gewährt auch wirtschaftliche Effekte, die im Fall eines Kaufs in das Land zurückfließen. Solche Effekte lassen sich auf die Kosten anrechnen. Wenn es die Voraussetzungen für eine industrielle Einbindung eines Partnerlandes gibt - etwa bei der Produktion oder der Wartung, der Ersatzteillieferung oder bei der Instandhaltung - dann sichert das der jeweiligen Luftfahrtindustrie vor Ort fortgeschrittenes technologisches Know-how über Jahrzehnte. Im Fall des deutsch-französischen FCAS-Vorhabens würde ein F-35 Einstieg die Ausgangslage der beteiligten Unternehmen verbessern, ein ambitioniertes Entwicklungsprojekt anzugehen, bei dem sie ansonsten weitgehend unvorbereitet Neuland betreten müssten.

Deutschland und Frankreich könnten mit der F-35 Erfahrungen auf dem Gebiet der Stealth-Technologie sammeln?

Eine fortschrittliche Plattform zu bauen, ist nicht einfach. Bei Lockheed Martin entwickeln wir seit mehr als 100 Jahren Flugzeuge. Im Stealth-Bereich sind wir seit mehr als 40 Jahren tätig. Das erste Flugzeug mit Tarnkappeneigenschaften der Welt war die SR-71, bei der einzelne Stealth-Komponenten verbaut waren. Dann kam die F-117, die F-22 und nun die F-35. Die Entwicklung braucht Zeit. Bei der F-35 dauerte es von der endgültigen Auswahlentscheidung durch die US-Regierung im Jahr 2001 über den Jungfernflug 2006 rund 15 Jahre, bis die ersten Maschinen den Status der Einsatzverfügbarkeit erreicht hatten. Ein Flugzeug mit solch unglaublichen Fähigkeiten zu entwickeln, erfordert sehr großen Aufwand und enorme Investitionen, um eine industrielle Basis für eine solche Herausforderung aufzubauen.

Auf der Berliner Luftfahrtmesse ILA konnte das Publikum den möglichen Tornado-Nachfolger erstmals in Deutschland aus der Nähe betrachten. Die beiden F-35 standen dort allerdings nur auf dem Rollfeld herum. Anders als in Le Bourget im Vorjahr warteten Messebesucher auf eine Flugvorführung des modernsten Kampfjets der Welt vergeblich. Wie kam das?

Natürlich gehen viele Beobachter davon aus, dass die Flugzeuge dem Hersteller gehören und dass Lockheed Martin die Maschinen herumschicken und fliegen lassen kann. Das ist aber nicht so. Tatsächlich gehören die Flugzeuge dem US-Militär. Wir haben gerade erst die 300. Maschine ausgeliefert. Bei der Paris Air Show hatten wir die einzigartige Gelegenheit, eine F-35 im Flug vorzuführen, weil die US-Luftwaffe uns gestattete, eine Maschine aus Beständen der US-Luftwaffe zu leihen. Außerdem waren wir in der Lage, einen Werkspiloten abzustellen, der sich auf die Flugvorführung vorbereiten konnte. Das alles musste zusammenkommen, um die F-35 in Le Bourget im Flug präsentieren zu können. Leider hat das im Fall der ILA nicht funktioniert. Das US-Militär kam uns jedoch sehr entgegen, indem sie zwei Maschinen zur statischen Präsentation auf dem Rollfeld zur Verfügung stellte. Die beiden F-35A wurden dabei im Rahmen einer operativen Verlegung von Air-Force-Piloten von Texas nach Berlin geflogen. Spezielles Training und die erforderliche Anzahl an Übungs- und Zertifizierungsflügen, wie es für ein Präsentationsprogramm erforderlich wäre, passte da ganz einfach nicht in den Zeitplan.

Kurze Frage zum Zeitplan: Falls die Entscheidung in Deutschland zugunsten der F-35 ausfallen sollte, wie schnell könnte Lockheed Martin liefern?

Der Lieferprozess - das ist Teil der Verhandlungen - wäre darauf ausgelegt, die Anforderungen von deutscher Seite zu erfüllen. Das heißt, die Deutschen können den Zeitplan für die Lieferung festlegen. Unser Vorlauf von einer Entscheidung über einen Vertrag bis zur Auslieferung beträgt etwa drei Jahre. Mit Blick auf die deutschen Bündnisverpflichtungen wäre vermutlich auch die US-Regierung stark daran interessiert, den gesetzten Zeitrahmen einzuhalten. Eine Lieferung bis zum Jahr 2025, wie in diesem Fall gefordert, ist absolut machbar. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir - wann immer auch die Entscheidung für die F-35 fallen sollte - sowohl zeitlich als auch bei der Qualität und im Preis im Plan liegen werden, um der deutschen Luftwaffe die gewünschten Fähigkeiten mit dem zukünftigen Nato-Kampfjet der Wahl zur Verfügung zu stellen.

Mit Gary L. North sprach Martin Morcinek

Quelle: n-tv.de